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Die Herren von Goldenberg auf Mörspurg, ihr Ende und Erbe
Entstehung
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dem ehrbaren vesten Ritter Egbrecht von Goldenberg, seinem Yogt zu Kyburg,wegen der getreuen und willigen Dienste, die Egbrecht Rudolfs Vordem undihm selbst gethan, als rechtes Burglehen die Burg zu Mörspurg, den Baum-garten neben der Burg und den Weingarten mit allen den Rechten und Zu-gehörden, wie sie sein getreuer Johannes der Meyer bisher innegehabt, dochunter der Bedingung, dass Egbrecht und seine Erben dem Herzog und denSeinigen die Burg allezeit offen halten sollen. l5 )

Bei dem Zeitpunkte angelangt, da in Folge des eben erwähnten Lehen-briefes die Goldenberger ihren bleibenden Aufenthalt auf Mörspurg nahmen,verlassen wir dieses Geschlecht eine Weile, um in Kürze die Geschichteder Burg Mörspurg bis zum Jahre 1363 zu betrachten, wohei wir hauptsächlichden Mittheilungen folgen, die uns Herr Professor Dr. J. Meyer in Frauenfeldin verdankenswerthester Weise zur Verfügung gestellt hat. Die Burg Mörspurgauf dem eine weite Aussicht, namentlich in's Hochgebirge, bietenden Stadelbergeim heutigen Gemeindsbanne Oberwinterthur, 1536 Fuss über Meer gelegen, undin der Hauptsache noch heute erhalten und vielfach besucht, gehört zu denmegalithischen Thurmfesten, deren Erbauung in's 9. oder 10. Jahrhundert gesetztwird. Die4 Meter dicken Mauern, die wir staunend betrachten, zeigenuns, dass wir es nicht mit einer Burg kleiner Lehensträger zu thun haben,sondern mit der Feste eines grossen Hauses, deren Behauptung eine grosseWichtigkeit beigemessen wurde. Der erste historisch sichere Eigenthümer dessteinernen Thurmkolosses war der zu Anfang des 12. Jahrhunderts lebendeGraf Adalbert von Mörspurg, welcher mit den Nellenburger-Grafen blutsver-wandt war, und einer reichbegüterten Familie des alten Thurgau ohneZweifel Kyburg oder Winterthur - entstammte.

Während eines längern Zeitraumes hören wir nun von der Burg Mörspurgwenig mehr, bis wir sie im 13. Jahrhundert im Besitze der Grafen von Kyburgfinden. Graf Hartmann der ältere hielt sich oft daselbst auf, wie diess urkundlichzu den Jahren 1252, 1260, 1262, 1263 bezeugt ist. Aus dieser Epoche stammtwohl auch die noch heute vorhandene schöne Schlosskapelle romanischen Styles.Nach dem Tode des letzten Kyburgers 1264 gehörte Mörspurg zu den Wittwen-sitzen seiner Gemahlin, Margaretha von Savoyen, und wenn diese Dame auchim Winter den Aufenthalt unter dem mildern Himmel ihrer alten Heimat dem-jenigen auf der finstern und dem rauhen Nordwind ausgesetzten Burg auf demStadelberge vorgezogen haben mag, so hat sie dagegen zweifelsohne im Sommerihre Schlösser Baden, Mörspurg und Moosburg häufig bewohnt, schon um demKloster Wettingen, dem sie besonders zugethan war, nahe zu sein. In diesemGotteshause fand sie ihrem Verlangen gemäss die letzte Ruhestatt, als sie 1273das Zeitliche segnete. Wie das übrige Kyburgische Erbe ging nun auch SchlossMörspurg an die Habsburger über. Allein die Sprossen dieses gewaltig an-wachsenden Hauses hatten keine Veranlassung, die einsame Mörspurg zu ihremWohnsitze zu nehmen; grosse Aufgaben riefen sie auf grössere Schauplätze,und die Mörspurg sank vom Herren- oder Grafensehlo.ss zur Behausung ein-facher Lehensträger herab. Das erste Geschlecht dieser Kategorie, als dessen Ver-wandte und Rechtsnachfolger ihm die Goldenberger succedirten, waren die Meyervon der Neuenburg, nachmals Meyer von Mörspurg genannt. Wir haben aus denUrkunden folgendes Bild der Familiengeschichte dieses Stammes gewonnen.

In dem Mörspurg benachbarten und mit dieser Burg, wie wir sehenwerden, mehr und mehr verwachsenden Orte Oberwinterthur war das KlosterPetershausen ursprünglich Grundherr und Besitzer der Collatur*), letzteres lautUrkunde, datirt vom vierten Tage nach Agatha 1350, wonach Bischof Ulrich

*) Collatur: Das Recht des Pfarrsatzes.