Druckschrift 
Geschichte der zur althessischen Ritterschaft gehörenden Familie von Baumbach
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32

vorher an Heinrich V. versetzt hatte, wurde erst durch LandgrafWilhelm IV., im Jahre 1571 von den Erben Heinrich's wieder ein-gelöst. Die Pfandsumme, bestehend in 50V Thalern und 2000 Gold-gnldcn, war zunächst an Heinrich's einzigen noch lebenden Bruder,

4. Ludwig VI., den jüngsten Sohn Jost I., übergegangen.Er war im Jahre 1500 geboren, heirathete im Jahre 1548 die jungeund schöne Käthe Metz aus Dippach (im Sächsischen, unweit derhessichcn Grenze), und wurde im Jahre 1559 Hofmeister und seineFrau Hofmeisterin am Hofe des Herzogs Heinrich d. j, von Braun-schweig zu Wolfenbüttcl. Durch den Herzog bat er im Jahre 1564den Landgrafen Philipp, ihm entweder die Pfandsnmmc auf Wanfriedzu bezahlen, oder ihm dafür den Hof zu Wildcck zu geben, woraufder Landgraf antwortete: „Die Zinsen seyen regelmäßig bezahlt worden,und es stehe ihm deshalb keine Kündigung zu. Der Hof zu Wildecksey ihm, dem Landgrafen, wegen seiner Wildfuhren zu wohl gelegen;würde er ihm denselben eingeben, dann setze er den Wolf über dieSchafe."

Ludwig VI., der am 18. Januar 1567 zu Wolfenbüttcl starb,hatte keine Kinder. Er vermachte in seinem Testament, das er kurzvor seinem Tode aufsetzen ließ, seine Güter an seine Vettern, dieSöhne seiner Onkel's Erasmus II. und Heinrich IV. Seine Frauerhielt allen Hausrath, einen Wittwensitz auf dem Tannenberg, einigeGrundstücke und 2000 Gulden, und die Kirche zu Nentershausen1000 Goldgnlden. Wegen ihrem Wittwcnthum kam Käthe mit denVettern in Streit, der jedoch durch einen Vergleich geschlichtet wurde,in welchem sie, gegen eine Abfindungssumme, auf die ihr vermachtenGrundstücke und Emolumente verzichtete. Sie starb im Jahre 1589zu Sontra.

6. Erasmus II., der vierte Sohn Erasmus I., und

s. Heinrich IV., der fünfte Sohn desselben, gründeten neueLinien, die nach ihnen benannt, im II. Abschnitt aufgeführt werden.