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2 (1868)
Entstehung
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griff und mit in den Krieg zog. Noch waren seine Verbindungen und seinAnsehen immerhin so gross, um ihm im sächsischen Heere einen an-gemessenen Platz zu sichern.

Philipp Heinrich aber hätte durch einen solchen Schritt Frau undKind dem Hungertode Preis gegeben, denn er allein war nur fähig, durchFortführung des Processes den Glauben auf Wiedererstattung des Wendel-steins wach zu erhalten und dadurch die nothwendigsten Mittel zum dürf-tigen Unterhalt seiner Familie herbei zu schaffen. Wie oft mag unserunglücklicher Ahnherr nach Helm und Schwert geblickt haben. Nachbeiden zu greifen hielt er unter den obwaltenden Umständen für feigund ehrlos. —

Vier Jahre lebte Philipp Heimich als Wittwer. Zehn Tage später,als er in Frankenhausen mit Georg Rudolph von Hessler eine Zusammen-kunft in Leipzig verabredet hatte, wurde er, am 12. November 1638, inder Nähe von Beichlingen, wohin er von Bossleben frisch uud gesundgeritten war, plötzlich vom Nervenschlage getroffen, sank vom Pferde undverschied unter freiem Himmel.

Um die Ungerechtigkeit und Härte, welche Witzleben währendseines Lebens verfolgt hatten, zu sühnen, gewährte der Kurfürst 300 Fl.zu semer Bestattung nach adelichem Gebrauche. In Bossleben, ander Seite seiner Gemahlin, wurde er am 20. December feierlich bei-gesetzt.

Seit vielen Jahren mögen die neun unmündigen Kinder, welche ihrenzärtlichen Vater mit heissen Thränen beweinten, Hei dieser Gelegenheitzum erstenmal wieder neu bekleidet worden sein und bei dem Leichen-schmauss eine volle Mahlzeit erhalten haben.

Wh' können nicht schliessen, ohne noch zu erwähnen, dass PhilippHeinrich, trotz seines tiefen Elends, von seinen alten Freunden hoch inEhren gehalten wurde, wie die gastliche Aufnahme, welche er stets inBeichlingen fand, und das Tauffest in Gehofen bezeugt, wo er am 4. Octbr.1636 bei der Taufe Albert Hartmann's von Eberstein zu Gevatter ge-beten wurde.

Noch ergreifender als dieses ist seine Pietät, die er für die Kloster-schule Bossleben, die Stiftung seines Grossvaters, kund gab. Inmittenseiner Nahrungssorgen hörte er nicht auf, beim Kurfürsten um Holz fürdas Kloster zu bitten, da man sich die Waldungen desselben mit demWendelstein ungerechter Weise angeeignet hatte und nun das Holz für