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einem todten Zwillingspaare, ihr tkränenreiches Leben*). Neun unerzogeneKinder verlangten von dem des Trostes selbst so bedürftigen Vater Nah-rung und Erziehung, und- dieser war von Allem völlig entblösst. DasWenige, was ihm noch übrig gebliehen sein mochte, wurde eine Beutedes rohen Kriegsvoltes.
Bis zum Jahre 1630 war Thüringen von den Verwüstungen des seit1618 begonnenen deutschen Krieges verschont geblieben, aber von dieserZeit an wurde es der Tummelplatz der Kriegsschaaren aller Parteien.Bald waren es die wilden Kriegsvölker, welche Pappenheim durch Thüringenauf das Schlachtfeld von Lützen führte, bald waren es die jeder Zuchtentwöhnten Schweden unter Baner, welche nach der Schlacht von Nörd-lingen und auch später Thüringen durchzogen. Jedem solchen Durchzugder einen Partei folgte die andere auf dem Fusse. Zweimal wurde Koss-ieben und das Kloster ausgeplündert. Bald standen die Hörsäle leer,Schüler und Lehrer waren vor dem Kriegsvolk geflüchtet — thöricht!denn es gab in dieser unglücklichen Zeit keinen Ort in Deutschland, derSicherheit gewährte. Auch der Wendelstein, zu schwach um ernstenWiderstand auf längere Zeit zu leisten, aber doch verlockend als der ein-zige feste Punkt in dieser Gegend, war bald im Besitz der Kaiserlichen,bald der Schweden und alle hausten gleich in ihrer ungezügelten Raubsucht.
Ward auch das Witzleben'sche Stammhaus seit vielen Jahren wider-rechtlich von fremder Hand genutzt, immerhin musste die Verwüstungdesselben durch die hiu- und herwogenden Kriegsschaaren dem HerzenPhilipp Heinrich's, welcher nie an der endlichen Wiederbesitznahme seinesErbes verzweifelte, neue Wunden schlagen, und noch mehr als dies mussteihn die Verwüstung und Verödung des Klosters, der von ihm treu ge-pflegten Stiftung seines Grossvaters, betrüben.
Neben all' diesem Unglücke hatte 1625 die Pest in Rossleben ge-wiithet und 1631 eine Feuersbrunst den grössten Theil des Dorfes inAsche gelegt.
Einem weniger rechtschaffenen Manne und weniger zärtlichen Gattenund Vater als Philipp Heinrich wäre es ein Leichtes gewesen, all' dieseSorgen, all' dieses Elend von sich abzuschütteln, indem er zum Schwerte
*) Auf ihrem Grabsteine zu Eosslehen war zu lesen:
,.Eine grosse Gönnerin dieser Klosterschule und Wohltliäterin der Armen,sonderlich der armen Jugend."
S. Wilhelm, 1. c. p. 28.