von Kelbra gelegen) zu Lehn, nachdem des Landgrafen Mutter Anna, geb.Herzogin von Sachsen, deren Leibgedinge es gewesen, gestorben war.
Auch dem Kaiser Sigismund musste Kerstan eine persona grata sein,denn dieser belieh ihn und seine Söhne Georg, Christian und Heinrich*) am22. Juli 1420 mit dem Hofe zu „Tulleda da die lnrpelle iunelieget mitihr zugehörungen", wie es zuvor Barthe von Tulleda und Fritz sein Bruder„am riche (Deiche) zu Lehen gehabt haben."
Tulleda, das heutige Tilleda, am nordöstlichen Fusse des Kyflhäusersgelegen, war 972 Kaiserliche Pfalz, zu deren Schutz die Burg Kyffhauseii,welche im 14. Jahrhundert die Grafen von Schwarzburg käuflich an sichbrachten, erbaut wurde.
In Bezug auf diese Beleihuiig gehörte Christian dem reichsuumittel-baren Adel an, was wir besonders erwähnen, da es mit Ausnahme derTh. I. p. 27. erwähnten Güter der einzige bekannte Fall in unserer Familie ist.
Vererbt hat Kerstan Tilleda schwerlich auf seine Söhne; mindestensfehlt im Wiener Archive, wo sich der Lehnbrief von 1420 befindet, jedefernere Beleihuiig eines Witzleben mit Tilleda.**)
Nachdem Kerstan mit seinem Bruder Kerstan d. J. und seinem SohneGeorg dem Erzbischof Günther von Magdeburg am 10. August 1419 die be-deutende Summe von 2000 Gulden vorgestreckt hatte, wofür ihnen dieserdie Schlösser und Städte Alsleben und Gönnern verpfändete, war er bereitsnach 3 Jahren schon wieder im Stande, sich durch Kauf einen grossenGrundbesitz zu erwerben. Er trat aus der Gemeinschaft mit seinen Brüdernund Vettern in Bezug auf Wendelstein und Allerstedt, löste seine Ver-bindlichkeiten gegen das Kloster Pforte, und kaufte sich im Jahre 1422von dem Grafen Friedrich von Beichlingen, Schloss und Dorf Berka(2 Stunden südlich von Weimar an der Ilm gelegen) mit dem Jungfrauen-kloster daselbst und der dazu gehörigen Herrschaft.
Die Herrschaft Berka gehörte im 12. Jahrhundert dem thüringischenGrafen Wichmann, dann kam sie in den Besitz der, mit den Landgrafen vonThüringen verschwägerten Grafen, der Dietriche von Berka, welche Endedes 13. Jahrhunderts ausstarben. Von 1300 bis 1376 besassen die Grafen
*) Sein Sohn Einnewart rauss, da er liier nicht genannt wird, noch nicht ge-boren gewesen sein.
**) Es findet sich daselbst überhaupt über Tilleda nur dieser eine Lehnbrief vor,so dass es als Eeiclislehn eingegangen sein muss.