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2 (1868)
Entstehung
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doch lag es wohl für sie näher zu erwägen", dass, wenn sie den Wendel-stein verliessen, und so ihrem Fürsten den schuldigen Kitterdienst leisteten,Weib, Kinder und Gut dem Verderben Preis gegeben waren.

Der Herzog Georg mochte wohl, als er am 12. Mai das erste Schreirben erhielt, auch zweifelhaft sein, ob er den Rittern einen entschiedenenBefehl zusenden sollte oder nicht, und unterliesS es daher.

Nachdem aber die Bauernunruhen gedämpft worden waren, beganndie Untersuchung über die vorgefallenen Excesse.

Der Herzog erliess an die von Witzleben auf dem Stein, da. ervermuthete, dass sich auch ihre Leute bei dem Aufruhr betheiligt hätten,im Juni die Aufforderung, dass ein jeder ihrer Flecken oder ihrer Dorf-schaften zwei oder drei Bevollmächtigte auf Montag oder Dienstag nachTrinitatis nach Leipzig absenden solle, um sich dort über ihr Verhaltenauszuweisen.

Dietrich von Witz leben vertrat in Folge dessen seine und seinesVetters Georg Unterthanen auf das Nachdrücklichste, indem er unterdem 20. Juni dem Herzoge schrieb: es seien nur zwei oder drei seinerUnterthanen nach Frankenhausen gegangen und dort todt gehlieben, dieUebrigen hätten nicht am Aufruhr Thcil genommen und auch ihre Frohnenach wie vor gethan. „Ich bitt Eure Fürstliche Gnaden ■— schliesster — in aller Unteithänigkeit mit Fleiss dienstlich, Eure Fürstliche Gnadenwolle die Unschuld meiner Unterthanen gnädiglich beherzigen und mitGnaden einsehen, damit den armen Leuten keine beschwerliche Aullagegeschehen oder widerfahren möge."*)

Indessen blieb es bei der Vorladung und alle Ortschaften bis aufWillerstedt, welches sich nichts Gutes bewusst war, erschienen auf demTermin.

In Willerstedt hatte man sich nämlich des herrschaftlichen Teiches,des Backofens und der Schenke angemasst, und dieselben für die Gemeindebehalten wollen, auch sonst etliche Beschwerungen der Frohnen abgethanhaben wollen.**) Die Bevollmächtigten der übrigen Ortschaften erklärten,dass sie sich ganz still und ruhig verhalten, nur Kossieben gestand ein,dass vier Mann bei der Plünderung des Klosters zu Donndorf zugegengewesen und dann nach Frankenhausen gelaufen seien. Die Namen dieser

*) Datum Dienstag nach Corporis Christi Anno Domini etc. etc. 1. c. Bl. 2)3

**) 1. c. Bl. 27.