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Interessant ist noch der Passus in dem Vertrage, dass die von Witz-leben bei der Wiederoinlösung die Aeckcr so besäet und bestellt wiederabgeben wollen, wie sie dieselben empfangen haben; wäre es aber der Fall,dass sie mein- besäet hätten, „mit Winter- oder Sommerkorn," so soll dasMehr besonders vergolten werden. Also schon 1419 Winter- und Som-mersaat !
Im Jahre 1490 löste der Erzbischof Günther Aisleben und Gönnernwieder ein, versetzte sie aber sofort wieder an Kerstan d. J. (9), Kerstand. Ä. (8) von Witzleben und Karl von Krosigk, und Kerstan d. J. (9)ist noch 1438 im Besitz davon.
Im Jahre 1424 nahm Kerstan mit noch drei Herren vom Adelder Stadt Halle den Huldigungseid für den Erzbischof Günther ab undverglich die Stadt mit demselben 1426 und 1427 wegen des Salzwerksund der Abgaben davon.
Aber auch in ernsten Dingen anderer Art benutzte der Erzbischof dieDienste Witzleben's.
Als die Magdeburger Bürger im Jahre 1428 der herumstreifendenHussiten wegen ihre Stadt, nach dem Beispiele anderer Städte, befestigten,und auf der „Freiheit" des Domkapitels einen Thurm errichteten, wodurch derEingang zu den Höfen des Erzbischofs und der Domherren verbaut wurde,erhob der Erzbischof hiergegen Einsprache. Der Zwist wurde so ernsthaft,dass die Stadt dem Erzbischof einen Absagebrief zuschickte, worauf dieserseine Preciosen und Heiligthümcr zusammenpackte, und mit dem Domkapitelnach Calbe zog. Nun traten vielfache Verhandlungen zwischen beidenParteien ein, welche von Seiten des Erzbischofs durch dessen ProcuratorenHeise von Steinfurt und Kerstan d. J. von Witzleben geführt wurden.Aus einer dieser Verhandlungen 1432, Mittwoch nach Misericordiae, gehtnebenbei erwähnt, hervor, dass Kerstan von Witzleben (9) und Heinrichvon Byern einst auf Befehl des Erzbischofs dem Herzog Johann von Sagauin's Land gefallen waren und dort arg gehauset hatten, um das Beeilt derBürger von Magdeburg gegen den Herzog zu wahren.
Von Calbe aus ivandte sich Günther G. September 1432 auch an denBath von Zerbst, in der Absicht, die Zerbster von der Bechtmässigkeitseiner Sache gegen Magdeburg zu überzeugen, und sie als Vermittler zugewinnen und bezeichnete als seine Procuratoren die oben Genannten.Unterm 20. September desselben Jahres schrieb aber auch der Bath vonMagdeburg an den zu Zerbst und wusste diese Stadt auf seine Seite zu