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2 (1868)
Entstehung
Seite
27
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ziehen. Die Verhandlungen führten jedoch zu keinem Resultat, der Kriegbegann und dauerte bis in's Jahr 1435, in welchem der Erzbischof mitdem Kapitel am 21. September in Magdeburg wieder einzog.

Kerstan von Witzleben, welcher dem Erzbischof in dem soeben been-deten Kriege mit Rath und That treulich beigestanden, hatte denselben1431 zum Concil nach Basel und 1422 auch auf den unerquicklichenKriegszug nach Böhmen, welchen der Erzbischof im Verein mit anderenFürsten gegen die Hussiten unternahm, begleitet*).

Für den Schaden, den Kerstan (9) in diesem Kriege und sonst imDienste des Erzbischofs, namentlich an Pferden, erlitten, und zur Wieder-erstattung der Baukosten, die er an die Burg Aisleben, während sie ihmverpfändet war, verwendet hatte, belehnte der Erzbischof Günther, Witz-leben, der jetzt „der Gestrenge," also Ritter genannt wird, und seine ehe-liche Hausfrau Anna am 2. September 1438 mit den Dörfern Seefeld undFrensdorf im Gerichte Dahme, mit allen Zugehörungen, für ihre Lebenszeit.

Lange jedoch blieb Kerstan nicht im Genuss dieser Güter, da ernoch vor dem Jahre 1440 starb.

4) Kerstan's Bruder Dietrich (10) war um 1420 des LandgrafenFriedlich IV. Landvoigt von Meissen und bekleidete so ein bedeutend um-fangreicheres Amt als die übrigen Amt- oder Hauptleute. Er kommtjedoch in den landgräflichen Urkunden sehr selten als Zeuge vor, und fiel,wie wir bei Erzählung des Hussitenkrieges näher erwähnen werden, 1426in der Schlacht bei Aussig.

5) Der Ritter Dietrich (11) war des Landgrafen Friedlich IV. Rathund wird in beinahe allen Urkunden desselben bis 1429 unter den Zeugenaufgeführt. Einige 60 solcher Urkunden können wir nachweisen. 1408war er Voigt zu Eckartsberge.

Der Landgraf hatte sich 1407 mit Anna, der Tochter des GrafenGünther von Schwarzburg vermählt, der einen solchen Einlluss auf ihngewann, dass jener ihm die Verwaltung des thüringer Landes gänzlichiiberliess. In Folge dessen geriethen die voraussichtlichen Erben der Land-grafschaft, die Markgrafen Friedlich und Wilhelm von Meissen mit Güntherund dem Landgrafen Friedrich in Streitigkeiten, an welchen sich des Land-grafen eigene Vasallen betheiligten, indem sie ein Bündniss gegen ihnschlössen, welches sie den „Löwenbund" oder die „Löbengesellschaft"

*) Ausführlich in Krantzii Sax. Lib. XI.