Krohne ein Geyer, dessen Federn seiner Natürlichen Farbe mit seinemfördertheil biss an die brüst, gelben schnabell, äugen yndt Obren habende,vmb seinen balss einen gelben ringle." Nun erhalten Claus und Conradvon Witzleben und ihre ehelichen Leibes-Erben „zu gebesserter Zierungauf dem Helme, aus der Krohne vndt vmb den Geyer aufgerecket fünfEennefehnlein mit rothen stangen vndt getheilten Fahnen, das förder Rothvndt das hinter an der Rothen stangen weiss." Es haben also die HerrenVettern in Oldenburg eine Norm für ihren Helmschmuck und, wir werdensehen, auch für den Schild, es ist demnach falsch, wenn einige derselbeneinen gekrönten Geierkopf führen, ja es möchten doch auch die langenOhren den Platz für die Krone sehr beeinträchtigen.
Im Lauf der Zeiten ist es nach und nach bei den Mitgliederndieser Linie Gebrauch geworden, ausser dem eben beschriebenen Helmnoch einen zweiten mit der andern Witzleben'schen Helmzier zu führen.Im Wappenbrief steht Nichts von diesem zweiten Helm, doch mag auchder Gebrauch in vier Jahrhunderten die Norm bilden.
Auf dem Grabmal des letzten Witzleben der Liebensteiner Linie,f 1820, ist nur ein Helm, und zwar der mit dem Geierkopf gezierte.Letzterer ist gekrönt und hat einen Ring im Schnabel. Die fünf Fähnleinsind natürlich auch vorhanden.
Die Famlie hat also, wie wir gesehen haben, zwei verschiedene Helm-zierden.
1) den Fürstenhut mit den Schäften, welchen sämmtliche Linien führen,
2) die Krone mit dem Geierkopf, welchen die Liebensteiner Linie bei-behalten hat, während sie den Hut mit den Schäften noch annahm.
Der Fürstenhut ist wohl nicht einer besonderen kaiserlichen Gunst-verleihung zu danken, vielmehr allmählig aus dem Turnierhut entstanden,und bildet mit den Schäften seit Anfang des 15. Jahrhunderts denWitzleben'schen Helmschmuck, jedoch selbstverständlich ohne Reichsapfel,welchen sich die Fürsten selbst erst nach dem Verfall des deutschenReiches beilegten.
Die Familien-Tradition, dass der Fürstenhut von Christian von Witz-leben, dem Bischof zu Naumburg, (welcher als solcher gar nicht berechtigtwar, denselben zu führen, und wenn dies auch der Fall gewesen wäre,ihn selbstverständlich nicht vererben konnte) stamme, ist eben so falsch,als dass die Familie diese Ilelmzier der Esther Maria von Witzleben, welche1696 dem Pfalzgrafen Johann Carl zu Birkenfeld vermählt ward, verdankt.