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Nr. III. Schreiben des Grafen Ernst Friedr. von Eberstein an Graf von Flemming vom 31. Janwar 1728, worin er mittheilt,man hätte in Dresden die Nachricht verbreitet, dass er die lutherische Religion abgeschworen habe, und bittet deshalbden Grafen Flemming, ihn dagegen in Schutz zu nehmen.
Monseigneur. Le bruit dont on m'öcrit que toute la ville de Dresde ötait rempli: savoir que j'avais abjurd la ReligionLutherienne "ioi, me nöcessite d'inconnnoder Votre Excellence par ces lignes pour implorer Sa puissante protection contre cetteinvention de mes ennemis*). Je sais bien que si cela ötait vrai, je n'encburrirais point l'indignation de Notre Auguste Eoi deprofesser Sa Eeligion et que je ne perdrais pas pour cela les bonnes faveurs et le credit aupres de Yotre Excellence et desautres Ministres, qui sont trop raisonnables et trop gdnereux pour vouloir rögler les consciences, cependant comrne c'est unepure et publique faussete, je n'en saurai avoir d'autre opinion que mes ennemis songent ä me faire tort par cette calomnie etce mensonge, contre quoi rien que La Protection de Votre Excellence me peut garantir et je ne doute pas qu'Elle me l'accorderagracieusement etc. M. D. V. E. le plus etc. D'Eberstein.
ä Mayence ce 31. Jan. 1728. (Correspondenz, Jalirg. 1728, S. 257.)
Nr. 112. Schreiben Ernst Friedrich's von Eberstein an den Hofratli Vesenich, Residenten zu Wien, d. d. Frankfurt9. Jan. 1712, worin er die bei Anwesenheit Kaiser Carl's VI. in Frankfurt a.M. Statt gehabten R eierlichkeiten beschreibt.
HochEdler etc. Herr Hofratli. Ihro Kaiserl. Maj. sind am Nenjahrtage von denen sambtl. Kurfürsten nach Dero Quartieraus dem Dom, woselbst Sie dem Hohen Amt, welches der Hr Bischof von der Neustatt gehalten, beigewohnet, begleitet worden.Als die Tafel serviret, trat der kaiserl. Oberst-Kammerherr in die Eetirade und zeigte es an, worauf erst Kurpfalz, nachher derKaiser und hinter Ihm Kurmainz und Trier alle ohnbedecket herauskamen. Als die benediction geschehen, setzte sich derKaiser allein zur Tafel und blieben die Kurfürsten nebenst der Tafel, jedoch unter der Stufen rechter Seits, als erstKurtrier, dann Kurmainz in der Mitten und letztens Kurpfalz stehen bis der Kaiser getrunken, nachdem Sie ihrenAbtritt nahmen und Jeder nach seinem Hause fuhren. Am Montage tractirte Kurmainz den Kaiser, welcher an einerlangen Tafel auf der breiten Seiten allein, und auf der schmalen reehtwärts Kurtrier und Mainz, als Wirth unter selben,und linkwärts Kurpfalz sassen, und ward Jedem von einem besondern Vorschneider, so alles kurfürstl. Kammerherrn, davonder kaiserl. in der Mitte dem Kaiser gleich gegenüber und die andern 2 neben diesem standen, das Essen dem Kaiser aufvergoltenen, denen Kurfürsten aber auf silbernen Tellern gereichet. Das Trinken brachte an den Kaiser dessen KammerherrGraf von Altheim und an die Kurfürsten 3 mainz. Kammerherrn, welche auch, nachdem der Kurfürst von Mainz demKaiser das Serviet beim Handwasser, so mainz. Hrn Ministres trugen, selbst gereichet, denen 3 Kurfürsten zusammen bei einemLavoir die Servietten präsentirten. Dabei zu gedenken, dass der Kaiser sich noch allezeit das Trinken knieend reichen und darbeiserviren lässt: Der Kaiser trank anfangs Kurmainz Gesundheit, erhob sich ein wenig vom Stuhl, der Kurfürst aber blieb dieganze Zeit stehen. Darauf fing Kurmainz des Kaisers Gesundheit an, so er Kurtrier und dieser Kurpfalz brachte. Als Kurpfalzsolche getrunken, trank der Kaiser Kurtrier's Gesundheit, nachdem Kurmainz der Kaiserin Gesundheit an Kurpfalz brachte, soer Kurtrier wieder Alles stehend zutrank. Worauf der Kaiser letztens Kurpfalz Gesundheit trank. Die Speisen wurden alledurch Kammerherren, so mainzische Trabanten begleiteten und der Marschall mit dem Stabe führte, aufgetragen. Den Dienstaggastirte Kurtrier den Kaiser und die Kurfürsten und den Donnerstag that Kurpfalz ein gleiches. Den Mittwoch war allent-halben Galla wegen der Kaiserin Namenstages. Kurmainz aber speisete nebst vielen kaiserl. Ministris bei seinem Hrn Bruder,dessen Geburtstag es war. Weilen die kaiserl. Cavalliers alle vor dem Kaiser zu Pferde bei die Höfe kamen, liess Kur-trior und Pfalz die ihrigen auch reiten, worauf die kaiserl., solches merkend, zu Fuss zu gehen anfingen, worauf dieKurfürsten das Eeiten dann wieder abstelleten. Heut geschieht hier die Huldigung, den Montag aber gehet der Kaiser gewissnach Aschaffenburg. Die Ausbegleitung wird dem Einzüge nicht gleichkommen, dann von jedem Kurfürsten und Gesandtennur 5 Carossen mitgehen sollen. Der Kurfürst wird sich seitwärts wenden und suchen, dem Kaiser vorzukommen, um Ihn inAschaffenburg wieder empfangen zu können. Die englischen Friedensgeschäfte sind noch sehr zweifelhaft, die heutige Postwird ein gross Licht davon geben. Meines hochgeehrtesten Hrn Hofraths dienstergebenster E. F. von Eberstein.
A Monsieur Monsieur Vesenich Conseiller de la Cour et Eesident de Sa Majeste Eoide Pologne et Electeur de Saxe ä la Cour de Sa Majestd Imperiale ä Vienne.
Nr. 113. Schreiben Ernst Friedrich's von Eberstein an den Residenten zu Wien Hofrath Vesenich d. d. Frankfurt 14. Jan.1712, Mittheilungen über die Abreise des Kaisers von Frankfurt etc. enthaltend.
HochEdler etc. Hofratli! Nachdem die Herren Kurfürsten und Gesandten Sonntag und Montags noch in Conferenz wegender Friedens-Materie und Verfassung bei continuirendem Krieg gewesen, ein melireres aber nicht thun mögen, als es respectivezu überlegen und zu referiren anzunehmen, Sind Ihro Kaiserl. Majt. den 11. um 9 Uhr nach Ordnung, wie die Beilage weiset,von hier abgangen. Sie wurden wieder bei dem Eintritt in ihre Postchaise auf dem Felde von Kurmainz complimentiret undIhme das Reich recommendiret, welches Sie gar gnädig beantworteten. Der Kurfürst von Mainz schlug nach diesem sich seit-wärts und ging voraus nach Aschaffeuburg, woselbst Er Ihro Kaiserl. Maj. nochmals beneventiret, welche den 12. um
8 Uhr nach Trutenstein abgereiset. Kurfürstl. Gnaden werden heut Mittag wieder hier sein und Sonntags nach Mainzretourniren, wohin morgen voraus gehen werde. Den Mittwoch Mittag gingen Kurfürstl. Durch! von Pfalz zu Schiff von hiernach Düsseldorf, woselbst wegen Abstorben des Pfalzgraf Carl's Gemahlin das Carneval und Opera eingestellet. Der Kurfürstvon Trier gehet heut per Posta auch weg und ist es schon hier als ob Alles ausgestorben. Der Graf Goes reisete gestern
9 Uhr nach dem Haag, von dannen nach Utrecht, wohin ihm Hr von Consbruck folgen wird, um dem Friedens-Congress bei-zuwohnen. Herr Canzlar Friesso ist am Dienstag nach Heidelberg, um seine Frau Schwägerin die von Degenfeld zubesuchen, gangen, wird aber heut wieder hier sein und Montags nach Sachsen zurückreisen. Herr Baron Hagen ist nebstseinem Herrn Bruder Dienstags unsers gndsten Prinzen Hoheit nach Augsburg gefolget. Hr Graf Dohna gehet heut undHr Baron Goertz morgen von hier weg. Die Frau Gräfin Werther lebt hier zwischen Furcht und Hoffnung, weil sienoch nicht weiss, ob sie sich nach dem Haag oder Sachsen zu reisen praepariren soll; ihr Herr hat geschrieben, hier noch aufweitere Nachricht zu warten. Meines hochgeehrten Hrn Hofraths dienstbereitester Diener E. F. von Eberstein.
J'ai requ l'honneur de deux vos lettres dont je vous suis bien oblige, j'ai envoye la lettre ä Mad. Conflans, pour lesmedailles je nie ferai plaisir de vous en envoyer mais puisque la Cour Imperiale a etd fort menag&re n'en ayant donner .de vous et que d'ailleurs ils sont maintenant encore reclierge au quadruple je vous prie d'avoir encore un peu de patience.
S. des k. Hauptstaatsarchivs zu Dresden Briefe Ernst Friedrich's von Eberstein aus Mainz, Bamberg u. a. Orten anden Residenten zu Wien Vessenich, 1711—1715.
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Hierunter mag einer von den ebenfalls sehr zahlreichen Briefen, die Graf Ernst Friedr. v. E. an den Grafen v. Wackerbartgeschrieben und welche im k. Hauptstaatsarchive zu Dresden aufbewahrt werden, folgen: „ce 11. d'Avril 1724.
Monsieur! J'ai l'honneur d'envoyer ci-joint ä Votre Excellence ce qu'un Savant m'a communiquö, et j'ai vu qu'il a misune boite remplie de poudre avec une Obligation de 200 fl. sur un bücher assez grand de gros bois qui a dtö röduit en cendresans avoir möme endommage les filös et la cire d'Espagne dont la boite ötait fermde. — Mr. le gdn. de Leaen me questionnetous les jours sur la proposition faite touchant le Cartel pour l'dcliange des ddserteurs. C'est pourquoi que je supplie VotreExcellence de m'ordonner ce que je lui dois repondre, car il faut que je ne deguise pas ä Votre Excellence, que S. A. E. croitque Sa Majestddedaigne peut-eire d'y faire attention, ce que je ne crois pas ötre bon pour l'entretien d'une parfaite harmonie,comme Elle le jugera aisement sans moi. Je suis avec profond respect De Votre Excellence le plus etc. D'Ebcrstein."
*) „Ueber's Niederträchtige Niemand sich beklage: denn es ist das Mächtige, was man dir auch sage."
W. 0. Divan.