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[Folge 1] (1878)
Entstehung
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Die mir vorliegende Originalurkunde, welche im Auftrage verschiedener Interessenten durch Herrn Oberlehrer ClemensMensel in Sangerhansen ausser andern Urkunden i. J. 1875 aus dem Hauptstaatsarchive zu Dresden, nachdem die Ober-liofgerichtsacten zur Vertheilung gekommen, reclamirt worden, lautet:

Vnszern dinst zeuvorn lieber Valentine, besunder gnder frundt, jst vnszer bethe, mevnsz bruder vnd meyn, ir wolletMattisz Senfen Eyne citaciou zeu schicken zeu volfiirunge desz vf geleyten eydesz, wollet sulehen laden vfl Montag noclidesz heyigen warenlichnamsz tag etc. Auch lieber Valentine ist auch vnszer bethe, jr wullet den Ebersteyn zeu jhir-stethe vnd segnen bruder auch vorladen vff sulehen gericht tagk, dasz vnsz der selptige ix adder x jar vngeuerlicli etlichezeinsze schuldig ist je desz jarsz x gülden. Auch al mich bednneket, heyst der ebesteyn der hausz helt zeu flurste, Symon,aber den andern weysz ich nicht bey namen. Auch wolt vnsz uiyt schicken eyn Zeedel, dasz wyr den gericht tag nicht ver-geszen. Auch schicken wyr vch hye eyn gülden wert geldtsz by vnszern bothen, wan dasz nicht gnugszam ist, woln wyr auchvf sulehen gerieht tag vollen vergnüge. Gegeben etc. Rudulff vnd Gunther von bonaw gebruder zeu Droysigk.

An Valentin den gericht Schreiber sal disszer briff.

41.

1497 April 20. Gunther und Rudolf von Bunan zu Droyssig vordert Hansen von Ebersteyn zu Fluhrstedt.

Ich Hans von Obernitz, itzund Hoffrichter und Oberhauptmann in Düringen des Durchlauchtigen etc., Empite euchErbaren Hansens von Ebersteyns sampt euren Bruder -tu Flurstedt Meyne dienste vnd thue euch zu wissen, das mir Rudolffvnd Gunther von Bunau, Gebrüder zu Droyssigk, haben anbracht, das Wyuol jr on alle jar zeehens Reynisch gülden jerlicherzinse zeugeldes seliuldigk, hettet jr on doch jn zeehen addere newen jaren vngeferlich keynen zeinsz gegeben, derhalben syvorvrsacht, euch sampt Ewren Bruder rechtlich anzuredden, Mich dornebben gebetheu, euch beyde doruf zeuladen etc. vf dennechsten Sonnabend nach des heyligen Vronlichnamstage (27. Mai) schierst den selben tagk etc. Geben zeuAldenbergo vf Dornstag nach Jubilate anno domini m u cccc"xcseptimo

vff montagk nach Cantate (24. April) hat Blessingk wayner, der geschworne bothe,sulch citation Hansen von Eberstayn personlich geantworttet.

Mit dem Original No. 137G der Oberhofger. Acten gleichlautend Menzel, Sangerhausen, 20. X. 1875.

Im Hauptstaatsarchive zu Dresden findet sich diese Urkunde verzeichnet unter Oberhofgerichtsakten, Günther vonBünau zu Droyssigk/. Hansen von Eberstein zu Flurstedt v. J. 1494; die Urk. selbst hat jedoch, wie obige Abschriftzeigt, 1497.

42.

1497 Mai 24. Christoph von Taubenheim, Amtmann zu Dornburg, bittet den Oberhofrichter Hans von Obernitz, dievon Bünau ins Amt vor ihren ordentlichen Richter zu weisen, wo ihnen die von Eberstein des Rechten zu gestehen und zupflegen sich erbieten.

Mein fruntliclien dinst zuuor. Gestrengen Achtparn vnd Hochgebieten besunder guten frundt. Simon von Ebirstein,meines g. herrn hertzog Georgen zw Sachssen etc. Erbar man vnd Ampts vorwanter, hat mir elagende anbracht, Wie er vndsein bruder von Rudeloff vnd Gunter von Buuaw, meinen schwern zw Drossigk, etlicher zeiuse halben, Wie wol sie ynvnd seinen bruder jrn Ampt, do sie gesessen, als vor jrem ordenlichen Richter, nicht vorclaget, nach doselbst von yn Rechtsnicht geweigert, vff Sonnabint schirst (27. Mai) alher vor obir Hoffgerichte geladen sey, das er sich also beschwert befindet,mich derhalben yn vnnd seinen bruder abzufordern gebeten, das ich ym, als ir ermessen mögt, nicht fuglich habe weygernmögen. Ist der wegen an euch mein gutliche Bethe, dy weyle gedachte Ebirstein sich ym Ampt des Rechten zw gestehnvnnd zwpflegen erbewt, Wollet gedachte die von Bunaw von gemeltem gerichte alhie vnnd jns Ampt vor jren ordenlichenRichter weysen, do yn geburlichs rechten gestat vnd verhulffen sal werdenn. Des vorsehens, euch liir jnne wie billieli gut-willig ertzeigen, bin ich vmb euch willigk zuuordinen. Geben mitwochen am abint corporis Christi Anno etc. xcvij"

Cristoff von Taiebinheim, Amptmau zw dornnburgk.Den Gestrenge n Achtparn vnnd Hochgebieten Hannsen von Obernitz itzt oberlioff-richter vnd Andernn beysitzenden desselbigen gerichts, Meynen Besunder guten Frunden.

Bereits i. J. 1494 sollen die v. Bünau wegen rückständiger Zinsen gegen die v. Eberstein klagbar geworden sein. Diedarauf durch den derzeitigen Oberhofrichter zu Leipzig Hans v. Obernitz erfolgte Vorladung auf nächsten Sonnabend nachSt. Matthaei wurdevff Dornstag? vigilia? Assumptionis beatissime Marie virginis immaculate durch den geschwornen bothenBlessingk wayner der von Ebersteyns mutter jn örer aller abewesens zu fluhrstedte ausgeantwortet." Da diese Vor-ladung jedoch nach der Mittheilung des Herrn Menzel in den meisten Zügen schon verwischt ist, so wird wohl für xciiij vffDornstag vigilia Assumptionis (14. Aug. 1494) xcvij vff Dinstag in die Assumptionis'(1497 am Maria Himmelfahrtstage [15. Aug.])stehen. Im letztern Falle wäre entweder keine Einigung zwischen den v. Bünau und v. Eberstein im Amte Dornburg zuStande gekommen, oder der Oberhofrichter hätte die im Schreiben v. 20. April 1497 ausgesprochene Bitte nicht erfüllt undnur den Termin verschoben.

S. G65.

Kaum J Stunde von der Stadt Apolda lagerte an einem von dem Ilmthale sanft ansteigenden Hügel ehemals das Nonnen-kloster Heusdorf (Hugisdorf, Hugsdorf, Husdorf), welches dem Benedictinerordeu angehört. In diese.n Kloster befand sichum d. J. 1500 (vgl. Rein, Thuringia sacra II. 67 und Otto, alte Thuringia Sacra 430; die Nonne Barbara von Eberstein(f 1540, s. unten), wahrscheinlich eine Schwester der ersten Acquirenten von Gehofen Hans und Philipp v. E.

43.

1496 Sept, 17. Hans sontag, moller yn der obirmol zeu wigkerstett, mit Gerdrud seyner elichen wirthenn bekennt, daser an seyner mol do selbst, dy do zu leben rurtt, von den etc. Closter junefrawen vnde probistyen zeu Huszdorff vnde zeinsztjerlich fu'nff malder korn appoldisch mosz, vorkaufft habe vff wydderkauff dry rynsche guldenn jerlichs zeinszes, dor vor ihmgedachter probst 36 rynsche gülden beczalt had. Siegler: Johann Friderici, Propst, Beatrix Mönchen, Priorin, undGutte von Wigkersted, Kelnerin. Geben am Tage Sancti Lamperti.

Perg.-Orig. im Hauptstaatsarchive zu Dresden.

44.

1496 Sept. 17. Propst Johann Friderici bekennt, dass er die genannten 36 Gulden von der Nonne Ilse Voyt er-halten und dass dieselbe mit der Nonne Barbara von Eberstein den Zins von 3 Gulden beziehen solle. Nach BeiderTode fällt der Zins an die Propstei.

Ich johannes friderici probst zeu huszdorff Bekenne etc., das ich etliche Schulde ermant, dy todes halben vff geerbetetc. junefrawen Ilszenn voyt, nemlich Sechs vnnd dreyssigk rynsche gülden, die ich vordir mit irm willenn vnd gunst derganezen Sampnunge usz gelegen habe vff wydder kanff zeu vnszer probesty dynen dem Erszamen Ilanszcn Sontag, moller zeuwiglcersted yn der Obir mol, Gerdrudis, seyner elichen husz frawen etc. Dor vor hat zeu pfände yngesatzt die gedachte molmit wesen, widen vnd aller zeu gehorunge, dy zeu lohen rurt von vnszir probistyen vnde zeinst vnsz jerlich funff malderkorn, had sich vorsreben, solche mol yn buwelichen Weszen halden, dy forder nicht vorsetze nach beswern. Von solchersumma szal her etc. jerlichen von zeyclien der probistyen dry rinsche gülden, anderthalbenn vff pfingesten neliest kommenvnde anderthalben gülden vff Martini schirst. Solche zeinsze szal vnde vvyl ich gedachter probist vorder mit allen meynennachkomen bey eygener kost yn manen vnnd vnvercoglich vff solch tageezyt gehen genanten Ilszen Voytis vnde geistlichen