"den sächsischen Kaiser Lothar II. von Letzterein angegriffen, eingenom-men und niedergebrannt. Als aber nach dem Tode Lothar's Kon-rad flll.) Kaiser geworden, vergalt er Ulm's Treue, begünstigte nndunterstützte den Wiederausbau der Stadt, die nun größer und schönerwieder erstand als zuvor (1138). Hundert Jahre später, im Jahre 1246,unterstützte Ulm den König Konrad, Stellvertreter des Kaisers Fried-rich 11., wider den Gegenkaiser Heinrich Naspe, Landgraf zu Thü-ringen, so daß Letzterer in der Schlacht bei Ulm entscheidend geschlagenwurde.
Während des kaiserlosen Interregnums 1254—1273 erlangten vieleStädte Macht und Unabhängigkeit. Als endlich Rudolf von HabS-burg zum König in Deutschland gewählt wurde, fand Ulm einen Gön-ner an ihm. Er verlieh ihr 1274 das Recht, den Bürgermeister selbstzu wählen, und legte dadurch den Grund zu ihrer Reichsfreiheit. Diese,d. h. das Recht der Selbstregiernng und Selbstverwaltung durch selbst-gewählte Bürgermeister und Räthe, erlangte die Stadt durch KaiserLudwig IV. gen. der Bayer im Jahr 1327. Die Mehrzahl derEinwohner war zwar in dem langen Kriege, den dieser mit seinem mäch-tigen Gegenkaiser Friedrich dem Schönen von Oesterreich führte,auf die Seite des Letzteren getreten, und hatte einen nächtlichen Ueber-fall bayrischen Kriegsvolks, welcher die Stadt in die Hände Kaiser Lud-wig's liefern sollte, im April 1315 tapfer zurückgeschlagen. Als aberdieser nach der entscheidenden Schlacht bei Mühldorf und Gefangennahmedes Gegners 1322 mit einem Heere vor Ulm erschien, bot die Stadtihre Unterwerfung gegen Gewähr ihrer Freiheiten an. Kaiser Ludwigbewilligte ihr im Jahr 1327 durch einen sog. Schwörbrief die Verfassungund Rechte einer Reichsstadt, und diese Verfassung blieb während 221Jahre lang ohne wescnt iche Aenderung bis zum Jahr 1548.
Schon zu Ans. des XIV. Jahrhdts., 1303, hatten die schwäbischen Städte,an ihrer Spitze Ulm, Augsburg und Eßlingen, ein Bündniß zugegenseitigem Schutz ihrer Freiheiten gegen äußere Angriffe und zur Siche-rung ihres Handels und Verkehrs gegen Straßenraub geschlossen. DieserBund, in der Folge mehrmals erneuert und vergrößert, führte schwereund lange Kriege gegen den schlimmsten Feind der städtischen Freiheiten,den Grafen Eberhard den Greiner von Württemberg und seineAnhänger. Es kam 1360 zur Schlacht bei Schorndorf, in welcher GrafEberhard gefangen wurde; 1372 zur Schlacht bei Altheim, unweitUlm, in welcher der Bannerträger der Ulmer, Heinrich Besserer,mit vielen Edlen der Stadt fiel; 1376 zur vergeblichen Belagerung vonUlm durch Kaiser Carl's IV. Heer, und im folgenden Jahr bei Neut-lingcn zum Sieg über den jungen Grafen Ulrich von Württemberg; end-lich aber 1388 zur entscheidenden Niederlage der Städter bei Dössingon(unweit Weil der Stadt >, wobei wiederum der Führer und Bannerträgerder Ulmer, Kvnrad Besserer, nebst vielen Patriziern dieser Stadt,auf württembergischer Seite aber Graf Ulrich, Sohn Eberhard's,den Tod fand. Nun schritt Kaiser Wenzel ein, und es wurde denStädten auf dem Reichstag zu Nürnberg zwar die Reichsunmittelbarkeitgarantirt, aber Bündnisse unter einander verboten.