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gerichtshos von 10 Mitgliedern verwiesen wurde, stand Gün-ther Albrecht, obgleich einer der jüngsten Regierungsräthe,bereits in so hohem Ansehen, daß er zum Mitglied diesesGerichtshofes ernannt wurde, welcher den Angeklagten zumTode durch den Strang verurtheilte. Das Urtheil kam am4. Febr. 1738 durch Aufhängen in einem eisernen Käfig amGalgen zum Vollzug. Unter dem Herzog Carl Eugen,welcher nach erlangter Volljährigkeit 1744 die Negierungantrat, wurde G. A. zum wirkt. Geheimenrath mit Sitz undStimme im Ministerrath ernannt, und fein Ansehen war sogroß, daß Kaiser Franz I. ihm 1750 ein Diplom als Neichs-ritter zufertigen ließ. Als er aber in: Geheimenrath dendas Land schwerbedrückenden Finanzplänen des MinistersGrafen Montmartin energisch entgegentrat, verlor er 1764die Gunst des Herzogs und mit ihr sein Amt. Sein jüngererVetter Tobias Konrad Renz (s. Seite 40), ebenfalls Mit-glied des Geh. Raths, stimmte mit dem Minister und behieltseine Stellung. G. A. begab sich nach Carlsruhe und suchtedort Anstellung im Dienste des Markgrafen Carl Friedrichvon Baden-Durlach. Dieser hochherzige Fürst, dercharakterfeste Männer zu schätzen wußte, nahm den Petentennicht nur gnädig auf, sondern verlieh ihm sogleich eine Stellein seinem eigenen geheimen Rathe. Daß derselbe sich sehrschnell die Gunst und das Vertrauen seines neuen Herrn zuerwerben wußte, geht daraus hervor, daß er nebst 5 andernGeheimen Räthen mit den Unterhandlungen wegen eines Erb-vertrags mit dem Markgrafen August Georg v. Baden-Baden, wodurch der Anfall des einen Landestheils an denandern nach dem Aussterben einer der beiden Dynastiengesichert werden sollte, beauftragt wurde. Dieser höchst wichtigeVertrag, in Folge dessen die badischen Stammlanve nach demErlöschen der badener Linie 1770 unter Carl Friedrich'ssegensreicher Negierung wieder zu einem Ganzen vereinigtwurden, kam am 28, Januar 1765 in Nastatt zum Abschluß.
Siehe Joh. Chr. Sachs: Geschichte der Markgrafschaft Baden Vr.Theil. Seite 285. — Die Unterhändler und Unterzeichner deS Vertragswaren ans baden-durlachischer Seite: Die Geh. Räthe: Friedr. EmichJoh. v. Uexküll. Reinhard u. Gemmingen, Joh. Jak. Reinhard, Aug.Joh. v. Hahn, G. Albr. v. Renz und Ernst Ludiv. Preujchen.