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Wappens in das Rentzische an die Bedingung einer sog.Minderung (Silber statt Gold) geknüpft war.')
Der Augsburger Familienzweig führte (nach Siebmacher'sWappenbnch im Jahre 1609 Seite 215) denselben Wappenmit denselben Farben, wie der Ulmer Stamm, jedoch zurUnterscheidung links gewendet, d. h. im 1. und 4. rotheuFeld den hier links niedergehenden weißen Schrägbalken,im 2. und 3. weißen Felde den links gewendeten rotheuOberleib einer Thiergestalt, mit einem menschlichen Arm imRache», aber mit der schnabelartigen Schnauze eines Drachenstatt der eines Wolfs. ^) Das beschriebene Ulmer Wappenfindet sich übereinstimmend in dem Wappenbuch der öffentlichenBibliothek zu Stuttgart, wie auf einen: großen, der frühereuDeutsch-Ordens-Kirche in Ulm ungehörigen Bilde des be-rühmten Ulmer Meisters Martin Schaffner, die Höllen-fahrt vorstellend und die Namen und Wappen der Stifterenthaltend. ^)
Daß dieses Wappen mit den Ulmer und AugsburgerSt ammfamilien erlosch und nicht auf die Gebrüder Ludwigund Ulrich zu Wiesensteig überging, erklärt sich einfach da-
Eben so sehr ist es möglich, ja wahrscheinlich, daß die Farben inden vier Feldern des Rentzischen Wappens nicht roth und weiß, sondernSchwäbisch d. i. roth und gelb waren. Da die alten Wappen in Sie-geln und Scnlptnren keine Farben zeigten <die Erfindung der Farben-Bezeichnung durch verschieden schraffirte Linien geschah erst 1639 durch>ViIson cks la, Eolomdierol, so herrschte viel Unsicherheit bei der späterenErmittlung der Farben. So bezeichnet Siebmacher, Seite SI5 die Helm-decken des Nentzischen Patrizier-Wappens gegen die heraldische Uebungals roth, weiß u. gelb, während in den Wappenfeldern nur die Farbenroth und weiß genannt werden.
Der Drache mag das ursprüngliche und richtige Bild auch beidem Ulmer-Stamm gewesen, und der Arm mit Hand und fünf Fingernaus einem Feuerstrom mit fünf Flammenspitzen entstanden sein, dennfeuerspeiende Thiere waren in der alten Heraldik besonders beliebt.Schlecht gestochene Siegel und undeutliche Abdrücke haben viele der-artige Mißverständnisse und veränderte Wavpenbilder verursacht.
Dieses Bild nebst drei anderen aus der genannten Kirche ist vondem berühmten Meister Martin Schaffner gemalt, und zwar dieHöllenfahrt 1516. die Auferstehung und das Pfingstfest 1516, die Grab-legung Christi 1519. Alle vier sind von dem Alterthumsverein zuStuttgart erworben worden und jetzt in dessen dem Publikum geöffnetemLocal aufgehängt.