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Genealogie und Geschichte der Familie Rentz oder Renz aus Schwaben und der ihr entsproßten Zweige in verschiedenen Lädern Deutschlands
Entstehung
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Häufig wurde auch als genauere Bezeichnung dem Personen-namen der Ortsname der Besitzung, des Aufenthalts oderder Heimath beigefügt, so daß dasVerbindungs-Wörtchen „von"ebensowohl den Eigenthümer, als einen Bewohner des Orts,oder einen dort Gebürtigen bezeichnen konnte, denn die Sitte,jenes Wörtchen als allgemeines Merkmal adeligen Standeszu gebrauchen, kam erst spät im XVIII. Jahrhundert auf.

So lange der alte Brauch fortbestand, mußte die Fertigungzusammenhängender Familien-Geschichten mit genealogischerEntwicklung für die Nachkommen große Schwierigkeiten haben,um so mehr als in alter Zeit die Kunst des Lesens undSchreibens wenig verbreitet, schriftliche Aufzeichnungen jederArt selten waren und fast nur in den Kanzleien und Klösternvorkamen. Erst seit dauernde Familiennamen angenommenwurden, was mit der Annahme gewisser Familienzeichen(der Wappen) und der Einführung der Erblichkeit der Lehens-güter zusammenfiel, war der Fortbestand der Familien ge-sichert, und nun erst konnten Familien-Geschichten festen Bodengewinnen, die Familien-Angehörigkeit nachgewiesen, die Ein-zelnen durch wechselnde Vor-, Taus- oder Rufnamen unter-schieden und sogenannte Genealogien, Stammbäume undStammtafeln rc. aufgestellt werden. Jeder Versuch, denUrsprung der Familien in noch früheren Zeiten zu erforschen,erscheint darum meist fruchtlos, mindestens unsicher bis zuden fürstlichen Familien hinauf, und was aus jenen früherenZeiten erzählt wird, beruht gewöhnlich nur auf Sage oderTradition und ist, wo nicht ganz erdichtet, mindestenshypothetisch.!)

Noch jetzt suchen manche alte ritterschaftliche Familien ihren Ur-sprung durch Anwesenheit auf Turnieren bis in's X. Jahrhundert zu-rückzuverlegen und dies aus sog. Turnierbüchern zu beweisen. Aber dieneuere Geschichtsforschung hat dargelegt, daß jene Turnierbücher sehrunzuverlässige Quellen sind, indem sie erst mehrere Jahrhunderte spätervon Schriftstellern, welche durch sie Gunst und Lohn beim Adel zugewinnen suchten, verfaßt wurden. Hieher gehört namentlich das jetztübelberüchtigte, aber lange Zeit in hohem Ansehen gestandene Turnier-buch des bayrischen Herolds Georg Rüxner vom Jahr 1532; ebenso dasWerk (termania. topo-, odrono-, stemmutoArapllies, 8uera et protanavon dem Weingartner Klosterbruder Gabriel Buccelin vom Jahr 1665.— Nur Schriften von Zeitgenossen und amtliche Urkunden können alsGeschichtsquellen dienen, aber auch diese nicht ohne sorgfältige Prüfung.