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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN KARL VON ZINZENDORF. I 8 3

Sehnsucht des Novizen nach dem Verluste seiner Freiheit,theils die Verlängerung seines Aufenthaltes in Brüssel warenSchuld, dass er selbst von dieser Gnade des Hoch- und Deutsch-meisters abstand, und daher von Höchstdemselben, welcher am

15. Juni nach Wien abreiste, den Ritterschlag nicht empfing.

Bald nach Ankunft des neuen bevollmächtigten MinistersFürsten von Starhemberg, nämlich am 21. Juni 1770, verliessder Graf Brüssel, verweilte einige Tage mit seinem ältestenHalbbruder und dessen Gemalin zu Aachen und Spaa, und setztenachher seine Reise mit seinem Gefährten, dem späteren soge-nannten Secretaire d'Etat zu Brüssel, Freiherrn von Felz, fort.Den 7. Juli waren sie zu Düsseldorf, den 8. zu Bonn, den 9. zuNeuwied bei den mährischen Brüdern, den 10. zu Koblenz.Den 12. sah der Graf seinen nunmehrigen dritten Bruder, denkursächsischen Gesandten zu Stockholm, Grafen FriedrichAugust, nach vielen Jahren zum erstenmale wieder, besuchteden 16. seines am 23. Juli 1762 zu Lutterberg gegen die Han-noveraner gebliebenen fünften Bruders, Grafen Gottlob vonZinzendorf, Grabstätte, war den 17. zu Göttingen, den 18. zuHannover, den 20. zu Hamburg. Vom 24. Juli bis 1. Augustverweilte der Graf bei seiner geliebten ältesten Halbschwester,der Gräfin von Baudissin, auf ihres Gemals Herrschaften Knopund Rixdorf, den 6. langte er zu Berlin an. Seine Eitelkeitward am i3. durch eine Privataudienz König Friedrich's desGrossen auf dem Schlosse zu Sanssouci befriedigt. Dieser Mon-arch war eben im Begriff, nach dem Lager von Mährisch-Neu-stadt abzugehen. Den i5. war der Graf zu Leipzig und fandam 17. August ganz unvermuthet auf dem Familiengut Hof beiStauchitz seine alte 67jährige Mutter, welche er seit 7 Jahrenund seit seiner Religionsveränderung nicht gesehen, nebst ihrer.jüngsten Tochter, Gräfin Constantia. Den 24. besuchte er die-selbe zu Gauernitz. Den 27. verliess er Dresden, sah zuZwickau im Erzgebirge seinen zweiten Halbbruder Grafen Maxund dessen Gemalin, und zu Wildenfels die Gemalin seinesdritten Bruders, Grafen Friedrich. Den 4. September war er zuBayreuth und begab sich von da über Bamberg, Würzburg,Büttert nach Mergentheim, wo er am 6. ankam und am

16. September 1770 von dem dortigen Statthalter und Kom-