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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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182
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I 82 SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN KARL VON ZINZENDORF.

königlichen Hoheit des Hoch- und Deutschmeisters zu. Und dader k. k. bevollmächtigte Minister bei dem General-Gouverne-ment der österreichischen Niederlande, Graf Karl von Kobenzl,von dem Fürsten von Kaunitz im Jahre 1766 ersucht wordenwar, den Grafen von Zinzendorf dem Finanzrathe zu Brüssel,sowie den übrigen Dicasterien zuzuziehen, so hatte derselbe diebeste Gelegenheit, bündige Kenntnisse von der Verfassung undStaatshaushaltung dieser Provinzen einzusammeln. Er frequen-tirte die dazumal noch in grosser Unordnung amtirende BrüsslerRechenkämmer, bei welcher i3 Jahre später eine bündige Rech-nungscensur und Buchführung eingeführt und zugleich dieseniederländische Buchhalterei der Hof-Rechnungskammer sub-ordinirt ward. Später wohnte der Graf der Jointe des administra-tions et subsides bei, welche die Haushaltung der einzelnenniederländischen Städte und Municipalitäten zu ordnen und zuübersehen bestimmt war, endlich den Sitzungen des Conseil desdomaines et finances, wo der Graf der Freiheit von Industrieund Handel gegen den Zwang der Mauthverfügungen und Ver-botsgesetze das Wort redete.

Des Hoch- und Deutschmeisters königliche Hoheit erlaubtedem Graten während seines Noviziatjahres kleine Reisen durchdie belgischen Provinzen. So befand er sich am 14. August 176gzu Lüttich in Begleitung seiner Cousine, der Gräfin Henriettevon Callenberg, den 20. zu Aachen, den 28. zu Namur undden 3o. wiederum zu Brüssel, den 22. November auf eineranderen Tour zu Ostende, den 24. zu Dünkirchen, den 27. zuLille und zu Tournay, den 29. zu Möns und den 3o. wiederzu Brüssel.

Am 27. Januar 1770 starb zu Brüssel der k. k. bevoll-mächtigte Minister Graf von Kobenzl. Ihm folgte der Fürst vonStarhemberg, dessen erster Gedanke gleich war, die BrüsselerRechenkammer auf den Fuss der Wiener zu setzen. DesGrafen ältester Bruder von Vater und Mutter, Graf Adolf vonZinzendorf, starb zu Gauernitz bei Meissen den 28. März 1770.

Den 16. April, am zweiten Ostertag, sollte der Graf denRitterschlag zu Brüssel von des Hoch- und Deutschmeistersköniglichen Hoheit, die ihn von beinahe zwei Monaten seinesNoviziates dispensirt hatten, empfangen. Allein theils die geringe