184 SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN KARL VON ZINZENDORF.
tur in der Bailei Elsass, Freiherrn von ■ Eptingen, den Ritter-schlag erhielt.
Den 12. Mai 1770 hatte Graf Karl von Zinzendorf dieVorsicht gehabt, mit den Grafen von Khevenhüller-Franken-burg, welche durch seinen Eintritt in den Deutschen Ritter-orden die Hoffnung erlangten, nach seines ältesten HalbbrudersAbsterben in die Fideicommiss-Herrschaft Enzesfeld zu succe-diren, einen Vergleich zu schliessen. Vermöge dieses Vergleichesverpflichteten sich gedachte Grafen, ihm nach Ableben'seinesältesten Halbbruders Grafen Ludwig aus den Einkünften derHerrschaft Enzesfeld, so lange seine Schwägerin lebt, derenWitwenunterhalt grösstentheils auf diese Herrschaft versichertwar, eine jährliche Pension von 15oo fl., nach Ableben derSchwägerin aber von 35oo fl. auszuzahlen. Er hatte ddo. Lindauden 3o. Juni 1764 seine Einwilligung dazu gegeben, dass derSchwägerin Witwenunterhalt auf Enzesfeld versichert werde.
Den 16. September Nachts verliess der Graf Mergentheim,besuchte den 18. zu Oeningen den Landkomtur der BaileiFranken, Freiherrn von Lehrbach, war den 19. zu Nürnberg,den 21. zu Regensburg und langte den 26. September, nacheiner fast vierjährigen Abwesenheit zu Wien an, seit welcherZeit er aus Spanien, Portugal, Grossbritannien, Frankreich undden österreichischen Niederlanden 86 verschiedene Berichte indeutscher und französischer Sprache an die geheime Hof- undStaatskanzlei eingesendet hatte, welche mit den vorigen h-j (zu-sammen also 143) Stück in neun Foliobänden gebunden sind.
Hofdekret vom 2. October 1770, womit der Hof-Recben-kammer-Präsident Graf Ludwig von Zinzendorf seinem jüng-sten Bruder Grafen Karl dessen Ernennung zum Hofrathe beider Hof-Rechenkammer neben seiner Kommercien-Hofrathsstellebekannt machte. Die der letzteren Stelle anklebende Besoldungwar durch eine Anweisung vom 1. October der Kasse bekanntgemacht. Es war mithin unser Graf nunmehr ein Mitglied zweierverschiedener Dicasterien, und damals auch noch Deputirter derHof-Rechenkammer bei einem Comite, welches unter dem Namender Staatswirthschafts-Deputation aus den verschiedenen politi-schen und Finanz-Hofstellen-unter dem Präsidium des Oberst-kanzlers Grafen Rudolf von Chotek zusammengesetzt worden war.