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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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157
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SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN VON ZINZENDORF. I 57

achten zuzusenden Willens war. Dr. Stolle zu Wien war mitdem Aufsatze des Grafen sehr wohl zufrieden.

Nachdem auch die Ptisane keine Wirkung zeigte, so ver-liess der Graf am 17. Juli 1779 Montpellier und reiste nachßagnieres de Luchon am Fusse der pyrenäischen Gebirge, un-weit St. Bertrand, ab, um die dortigen schwefelhaltigen Gesund-brunnen und Bäder zu gebrauchen. Unterwegs besuchte er zuLignan den Bischof von Beziers, Nicolai, einen Bruder desersten Präsidenten der Cour des aides zu Paris, dem sein Bis-thum 120.000 Dukaten eintrug.

Am 21. kamen sie zu Toulouse an, wo ihnen das Klimadem von Wien gleich zu sein schien.

Sie hatten unterwegs den königlichen Canal von Langue-doc, dessen sieben Schleussen zu Beziers, den mit einemprächtigen Quai versehenen, nach Toulouse führenden neuenArm dieses Canales in Augenschein genommen. Der Marquisvon Mirepoix, der 200.000 Dukaten Einkünfte hatte, spieltezu Toulouse die vornehmste Rolle, wohlverstanden, nach denParlamentsräthen. Diese letzteren trieben den Stolz so weit,dass kein Klient, und wenn es ein Bischof wäre, im Tragsesselin den Hof eines Parlamentsrathes kommen durfte.

Zu Bagnieres bewohnten der Graf und die Gräfin dasHaus eines Parlamentsrathes von Toulouse, M. de la Caze.Das Domcapitel verschaffte ihnen unterwegs ein Absteigequartierzu St. Godin; der Bischof von Comminges lieh der Gemalindes Grafen auf die ganze Badezeit ein Reitpferd. Die Bädersind schwefelig und harzig. Der Marktflecken war abscheulich,kaum sechs oder sieben mittelmässig bewohnbare Häuser ent-haltend. Das Thal ist angenehm angebaut, bis auf die Spitzender dasselbe umgebenden hohen Gebirge. Baargeld war vorHerstellung der jetzigen Strasse im Lande so unbekannt, dassman noch vor zwanzig Jahren einem Schneider seinen Macher-lohn in Waaren bezahlte. Im August kamen sie hier an.

Die Bäder verschafften dem Patienten offenen Leib, ergebrauchte demnach das Laudanum wieder.

Madame d'Argicourt von Paris, deren Vater Commandantdes Chateau Trompette zu Bordeaux war, leistete ihnen treueGesellschaft. Kein Wagner in dem Orte, um eine Achse