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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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156
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I 56 SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN VON ZINZENDORF.

Beine war im Juni weg, der Schleim vermindert, aber dieKrämpfe kamen heftiger, der Schlaf nahm ab.

Im Juli hatte der Graf die berühmte Messe von Beaucairebesucht. Die Hitze war erstaunlich zu Montpellier.

Der Herzog von Lafoens besuchte den Grafen auf seinerRückreise nach Portugal im October. Die Umstände des baie-rischen Successionskrieges schlugen den Grafen ungemein nieder;sie verminderten seine Einkünfte um 6100 fl. wegen weggefal-lener ausserordentlicher Gratificationen Ihrer Majestät der Kaiserinund die Herrschaften hatten ihm auch in zwei Jahren 3ooo fl.weniger eingetragen.

Die Chambres syndicales zu Montpellier wachten damalssehr strenge über die Büchercensur.

Der Graf gebrauchte Honig von Narbonne, in Wasser auf-gelöst. Zu Ende 1778 und Anfangs 177g gebrauchte der Grafein Decoctum von den Stielen des Solanum, mit Milch ver-dünnt, es hatte aber keinen sonderlichen Erfolg.

Im Februar 1779 klagt der Graf über den Verlust seinerZähne. Er fürchtete dazumal eine grosse Unordnung in seinenökonomischen Umständen. Dem Freiherrn von Fries war er zuEnde 1778 5zoo fl. schuldig. Im Jahre 1777 hatte er 46.000Dukaten, im Jahre 1778 aber 40.000 Dukaten tournois ver-wendet, d. i. 18.000 und 16.000 fl.

Die Krämpfe waren im Frühjahre so stark, dass der Grafnicht von einem Zimmer in's andere gehen konnte; am 21. Maibeklagte er sich ungemein über seine Gesundheitsumstände.Am 28. Juni 1779 meldete er, den Gebrauch des Opium oderLaudanum, den man ihm durch anderthalb Jahre vor demSchlafengehen verordnete, verlassen zu haben. Dieses Mittelbrachte ihm nun nicht mehr Schlaf, sondern Obstructionen undden ganzen Tag dauernde Mattigkeit zuwege. Er befand sichungemein wohl davon, dass er den Gebrauch dieser Mittelbeiseite gesetzt.

Er brauchte nunmehr eine sehr gerühmte Ptisane, be-schäftigte sich mit Abfassung einer umständlichen Nachrichtüber den Ursprung und gegenwärtigen Zustand seiner Krank-heit, die er seinem Arzte mittheilte und den berühmtestenAerzten in England, Paris, Holland und Wien um ihr Gut-