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Ihre Selbstbiographien nebst einer kurzen Geschichte d. Hauses Zinzendorf
Entstehung
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SELBSTBIOGRAPHIE DES GRAFEN VON ZINZENDORF. i 53

auf den Fall, als er den Deutschen Orden verlasse, in seinemTestament die Hälfte seiner Mobiliar-Verlassenschaft zugedacht.

Am 10. reiste der Graf mit seiner Gemalin, deren Augenstets in üblen Umständen waren, nach Frankreich ab; am i3.kamen sie zu Linz an, den 17. zu München, den 28. warensie zu Nancy, den 1. September zu Paris, wo sie Hotel deValois, rue de Richelieu, wohnten. Hier bekam der Graf einenAusschlag am Kinn, der ihn schlechterdings hinderte, in Gesell-schaft zu gehen. Gegen Ende des October verliessen der Grafund seine Gemalin Paris, waren am 3o. zu Lyon, den 1. Novemberreisten sie von da ab und kamen am 5. zu Montpellier an; siebedienten sich eines dortigen Arztes Namens Le Roi. Man gabdem Grafen Eau de poulet, welches ihm schon Trouchin zuParis vorgeschrieben, und Kräuter-Bouillon von Schildkröten.

Der Bischof Malide, der Vicecommandant Graf von Mon-camp, der bei der Versammlung der Stände von Languedocgegenwärtige Commandant der Provinz Graf von Perigord, derständische Präsident, Erzbischof von Narbonne, der IntendantHerr von St. Priest, der erste Präsident de la Cour des aides,erwiesen ihnen viele Höflichkeiten.

Ausser dem Eau de poulet wurde dem Grafen der Gebrauchder Eselsmilch, ein Fontanell (cautere) am Arme von Thymelaea(Saint bois, Daphne mecereum, Kellerhals) verordnet, und keineandere Nahrung als in Milch gekochte Fische gestattet. DasKlima gefiel ihm überaus wohl, er pflegte täglich auszureiten.Der engen Strassen wegen mussten sie sich zu Montpelliertragen lassen.

Im Januar 1777 reiste der Arzt Le Roi nach Paris abund überliess den Grafen einem andern Arzte La Mure. Beidehielten die Krankheit für ein Asthma. Herr von Montblain,Rath am Parlamente von Paris, den der Kanzler Maupeou imJahre 1771 auf eine wüste Insel an den Küsten der Bretagne hatteverweisen lassen, lag dort an eben dieser Krankheit in einemweit gefährlicheren Grade darnieder. '

Den 8. Februar 1777 meldete der Graf, der neue Arzt habeden Gebrauch der Milch völlig verworfen, weil sie nur denSchleim vermehrte. Der Brief war sehr melancholisch. Er batseinen Bruder Grafen Karl, alle unvollkommenen Entwürfe, die