KURZE GESCHICHTE DES HAUSES ZINZENDORF.
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Ueber seine zur Erleichterung und Aufnahme des Handelsvon Triest vielfältig eingeleiteten zweckmässigen Verfügungengeben mehrere ihm dort errichtete Deükmäler, dann die ihmvon den dortigen Einwohnern bewiesene allgemeine Liebe undVerehrung ein unleugbares Zeugniss *).
Die bei der Rechnungskammer und dem geheimen Staats-rath erworbenen Verdienste des Grafen, seine strengen Sitten,seine tiefe Einsicht und Kenntnisse in allen Fächern der Staats-verwaltung, seine in der grossen Welt gesammelten Erfahrun-gen, sein eiserner Fleiss, seine unbegrenzte Vaterlandsliebe,seine unerschütterliche Treue und Anhänglichkeit an seinenMonarchen und überhaupt alle seine im hohen Grade vereintenTugenden machten, dass er nicht nur von seinen vier Landes-fürsten, nämlich der grossen Theresia, Josef II., Leopold ILund Franz II., unter deren mildem Scepter er so wichtigeDienste geleistet hat, sondern auch von allen übrigen Glie-dern des hohen Erzhauses unverkennbare Beweise der Achtungerhielt.
Stets war es ihm Gesetz, seine Amtsgeschäfte allen übrigenDingen vorzuziehen. Bei seinen ausgebreiteten Kenntnissen, beiseinem schnell durchdringenden Fassungsgeiste und Ueberblickebeurtheilte und beendigte er auch die verwickeltsten und wich-tigsten Gegenstände in der möglich kürzesten Zeitfrist. Vonseinen Untergebenen forderte er in Geschäften eben jene Pünkt-lichkeit, Ordnungsliebe und Genauigkeit, an die er selbst seitseiner frühesten Jugend gewöhnt war.
Er stand mit vielen hohen Standespersonen und aus-wärtigen Gelehrten im Briefwechsel. Einige interessante staats-wirthschaftliche Aufsätze von ihm stehen in Iselin's „Ephemeri-den der Menschheit" und in Häberlein's „Staats-Archiv".
So sparsam er auch lebte, so führte er doch stets einemit seinem hohen Stande und seinen Einkünften im Ebenmassestehende ehrenvolle Haushaltung und spendete mit freigebigerHand allenthalben unzählige Wohlthaten aus.
*) Der Magistrat in Graz stellte das Bildniss des Grafen von Zinzen-dorf in seinem Rathssaale mit der von dem Gefeierten selbst angegebenenInschrift auf: „Häuslicher Wohlstand ist des Bürgers und des Bauers glück-liches Loos! Wohl dem Staate, der ihnen solchen hinlänglich gesichert hat!"