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Den Winter von 1856 — 1857 brachte Ferdinand mit seiner Familie beiseinem Schwiegervater in Anleben zu und zog 8. April 1857 nach dem kaumeine Meile von Auleben entfernt liegenden Sondershausen wegen der dortigenguten Schulen aus Rücksicht auf seine nun heranwachsenden Söhne.
In den ersten Jahren seines Aufenthalts in Sondershauscn war Ferdinand'sLebensart wesentlich noch bedingt durch seinen körperlichen Zustand; dem Umständeindessen, daß er diese Rücksicht wirklich und mit ausdauernder Sorgsamkeit nahm,sowie zugleich der vorzüglichen Sondershäuser Luft hatte er es zu danken, daß ersich nach und nach erholte lind dann von Jahr zu Jahr sichtlich kräftigte. Frei-lich war er während dieser Zeit, namentlich bei Ostwind, oft genöthigt, dasZimmer hüten zu müssen. Solches wurde ihm aber nicht schwer; denn gleich,nachdem er wegen Invalidität seine Militair-Carriere hatte aufgeben müssen, hater fast seine ganze freie Zeit dazu benutzt, die bereits durch den Grafen ErnstFriedrich, den Minister Karl Theodor und den Hofrath Wilhelm v. Eber-stcin angeregte urkundliche Erforschung der Ebcrstcinischcu Familiengeschichte ausden noch iil Archiven verborgenen Quellen zu vervollständigen und womöglich zueinem Ganzen zusammen zu fassen. (Näheres 5. Folge 392 f.)
Neben dieser ernsten, ihn in die germanische Vergangenheit zurückführendenBeschäftigung wurde ihm doch aber auch in der unmittelbaren Gegenwart er-heiternde und das Gemüth ansprechende Aufmunterung zu Theil: in einigenWintern zu Allfang der sechsziger Jahre wurden auf Anregung der beidenDurlauchtigen Prinzen Leopold und Hugo unter Leitung des Hofschauspiel-Dircktors Heckscher auf dein fürstlichen Schlosse Aufführungen von Dramen undLustspielen veranstaltet, in welchen beide Prinzen Rollen übernahmen, desgleichenlieben anderen auch Ferdinand.^) Bei Gelegenheit einer solchen Aufführungwar auch ein Vetter des damals regierenden Fürsten von Schwarzburg-Rudol-stadt zugegen, welcher im Gespräch mit Ferdinand in scherzhafter Weise im Namenseines Fürstlichen Hauses ihn um Entschuldigung bat, daß man sich gestattethabe, einen hoch oben über dem Schwarzathale gelegenen Wildstall (nebst uachvorn gelegenem Aussichtspunkte) „Ebcrstcin" zu nennen — lediglich aus deinGrunde, um einen wohlklingenden Namen zu haben.
Am 29. März verlegte Ferdinand seinen Wohnsitz nach Nordhausen,da sein ältester Sohn Alfred das Abiturienten-Examen auf einem preußischenGymnasium machen sollte. Als während des Feldzuges im Dezember 1870 dieverabschiedeten Offiziere zur Leistung von Kriegsdiensten aufgefordert wurden,meldete sich Ferdinand sofort dazu und diente bis nach dein Friedensschlüsse alsCompagnie-Führcr im Garnison-Bataillon Nr. 71 zu Erfurt.
Am 17. Oktober 1873 erfolgte die Übersiedelung nach Kassel in der Er-wartung, daß der damals noch in Selekta des Berliner Kadettcnhauses befindliche3. Sohn Botho zu dem in Kassel stehenden 83. Jnf.-Reg. kommen werde (derälteste wurde in dieser Zeit als Referendar bei dein Kasseler Appellationsgcrichteangestellt); dies war jedoch nicht der Fall (Botho wurde in das 78. Jnf.-Reg.versetzt). Hier in Kassel verlor Ferdinand am 2. April 1874 seine Frau durchden Tod, worauf er am 22. Sept. 1874 nach Hasscrode bei Wernigerode am
Zuerst kam zur Aufführung: Minna von Barnheli». Personen: Major von Tell-heim . . Prem.-Lieut. von Poseck; Minna von Barnhclm . . Frau Hauptmann von Uirochem;Graf von Bruchsal . . Lieut. von Uiebecker; Franziska . . Fräulein Helene von Üiiida» (jetzigeGemahlin des k. sächs. Staatsministcrs v. Gerber zu Dresden); Just . . DurchlauchtigsterPrinz Leopold; Paul Werner . . Hauptmann von Wrochei»; der Wirth . . Lieut. von ölödau;Frau von Marloff . . Fräulein Therese von Wnrmd; ein Feldjäger . . Lieut. von Eharl undkieoant «le In Ilnrliniere . . Hauptmann von Elicrflein.