Druckschrift 
Folge 6 (1887)
Entstehung
Seite
280
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Obersten Georg v. Cristiaui, überwarfen, war sofort aufgesprungen, zu dem aneinem anderen Tische sitzenden preußischen Gesandten Grafen Vitzthum getretenlind hatte diesen gebeten, bei seinem Schwager, dem preuß. General GrafenWartenslcbcn, anzufragen, ob er bei seinem Regiments ein paar Junker brauchenkönne. Die nach acht Tagen eingetroffene Antwort Warkensleben'S fiel bejahendaus, und so wurden von dem rasch handelnden Vater die beiden Brüder Moritzund Gustav (14^2 bzw. ITV4 Jahr alt) sofort in der Nacht aus dem Kadetten-Corps geholt, in der Sophicnkirche konfirmirt und den andern Tag nach Liegnitzzu dem Wartenslebenschen Regiments geschickt. Moritz wurde als 10. Junkerbei der Compagnie des Major v. Stosch und Gustav als 11. Junker bei derComp, des Capitain v. Knorr einrangirt.

Gustav wird am 4. Sept. 1800 zum Portepee-Fähnrich bei gedachtemRegiments befördert, marschirt mit diesen: Reg. 16. April 1801 aus Liegnitz, istvon Anfang Mai bis 12. Juni des nächsten Jahres in Berlin, Schöneberg undPotsdam, nimmt 1802 am 2. Aug. Nordhausen (woselbst er in das ehemalsPlaut'sche jetzt Frenkcl'sche Haus, Ecke der Rautenstr. und Pctcrsbcrgcr Born-gasse einquartiert wird), gleich darauf Mühlhausen und Erfurt (bis dahinfreie Reichsstädte) mit ein, worauf das Regiment Erfurt und Mühlhauscn alsGarnisonortc erhält und bis zum Ausbruche des Krieges mit Napoleon behält.Mittlerweile wurde Gustav am 27. Januar 1803 zum wirkl. Fähnrich, 24. Mai1804 zum Seconde-Lieut. ernannt. Nachdem das Regiment schon einmal(15. Okt. 1805) von Erfurt über Jena nach dem Voigtlande ausmarschirt war,in Triptis Winterquartiere bezogen, am 12. Febr. aber wieder nach Erfurtzurückgekehrt war, wurde es Mitte August mobilisirt, rückte 22. Aug. aus Erfurtder französischen Armee entgegen, zuerst bis in die Gegend von Halle, dannüber das Qucrfurtcr Plateau zurück bis über Gotha hinaus, dann wieder südlichvon Erfurt bis vor Weimar, wo es an? 11. Okt. ein Lager bezog (nachdemes die Nacht vorher unter dem Gewehr gestanden), in der Nacht von? 13. zum 14.bei Auerstedt bivouakirte und früh an? Morgen bei undurchsichtigem Nebelin die Schlacht rückte, welche anfangs einen für die Preußen glücklichen Verlaufnahm; durch den Nebel war aber Unordnung in den Stellungen eingerissen,verschiedene preußische Regimenter hatte?? sich gegenseitig beschossen; bei durch-brechender Sonne war die Schlachtordnung zwar wieder hergestellt und es wurdenmanche Vorthcile erkämpft da kamen denn die von Jena her rctirirendengeschlagenen Kolonnen und vernichteten so das durch die gute Haltung der beiAuerstedt engagirten Armecabtheilung in aufreibenden?, zuletzt fast ins Hand-gemenge übergehenden Kampfe errungene Resultat. Während der Schlacht rettetGustav mit seinem Bruder Moritz die Fahne des 1. Bataillons (nachdem derKommandeur, Major v. Ebra, und der Hauptmann v. Brause blcssirt waren)und auf der Rctiradc Gustav allein 2 Fahnen vom Reg. Puttkamer, die sie15. Oktober nach Erfurt bringen und in die Hände des Kommandanten nieder-legen, wird Hierselbst französischer Gefangener, geht, auf Ehrenwort entlassen,nach Dresden, von wo er, da alle jenseits der Elbe geborenen aus preuß.Diensten entlassen werden um seinen förnil. Abschied einkommt. Statt desAbschieds erhält er aber gemeinschaftlich mit seinem Bruder Moritz die ehren-volle in meiner Geschichte S. 1196 abgedruckte, sowie in der Beigabc faksimi-lirte Cabinets-Ordre voi? Sr. Majestät den? Könige. Infolge dieser Ordre, inwelcher der König Veranlassung nimmt, beiden Brüdern seine Zufriedenheit überihrgutes Benehmen ii? und nach der Schlacht bei Auerstedt" auszusprechen,wurden dieselbe??, obgleich geborene Sachsen, der mit Napoleon abgeschlossenenKonvention entgegen (welcher zufolge nach den? Friede?? zu Tilsit die preußische