Druckschrift 
Folge 6 (1887)
Entstehung
Seite
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Nachdem nun E. F. v. E. znm ständigen Gesandten und Minister an denkurrhcin. Höfen ernannt worden war, bot ihm die geringe Entfernung seineswesentlichen Domicils Mainz von Dillcnburg und Oranienstein die angenehmeGelegenheit, alte Freundschaftsbcziehungen sowohl zu dem Fürsten Wilhelm vonNassau-Dillcnburg, wie auch zu dein Nassau-Diezischcn Hofe zu Oranienstein zuerneuern und zu unterhalten. Die intime Beziehung zu dem Fürstcu Wilhelmschrieb sich schon ans seiner Jugendzeit durch das dienstliche und freundschaftlicheVerhältnis seines Vaters Christian Ludwig v. E. auf Ncuhaus zu dem AnhalterHause, und namentlich zu dem letzten Fürsten der Harzgeroder Linie her. DieGemahlin dieses 1709 gestorbenen Fürsten Wilhelm von Anhalt war AugustaSophia geborene Prinzessin von Nassau-Dillcnburg. Der später regierende FürstWilhelm von Nassau-Dillcnburg verbrachte den größten Theil seiner Jugend beiseinen Verwandten auf dem Harze und war von Schloß Harzgerode aus auchoft auf der benachbarten Ebcrstcinischen Burg Ncuhaus. Derselbe war auch zu-gegen, als bei des letzten Fürsten von A.-H. Leichenbegängnis E. F. v. E.die Parcntation hielt und nahm diesem das Versprechen ab, auch ihm einstmalsdie Leichenrede zu halten.^) Iii Oranienstein verlebte Graf E. F. v. Eber-stcin gewöhnlich das Osterfest und befand sich gerade daselbst, als im April1726 die Fürstiii Amalia starb, die nach des Fürsten Tode Vormünderin undRcgcntin geworden war; den Prinzessinnen stand er nach dem Tode der Muttermit Rath und That bei (4. Folge 155).

Am 25. Nov. 1725 wurde er zum Vormund der Kinder seines 3. Nov.1725 zu Dillenburg verstorbene» Bruders Karl Frhr. v. E. ernannt (4. Folge178 ff.); die älteste Bruders-Tochter Charlotte, die nach ihres Vaters Todezunächst zu ihrer Großmutter auf das Gut Eichen gekommen war, brachte erin das Kloster zu Mainz (4. Folge 225).

Ausgangs des Jahres 1729 wurde E. F. v. E. von seinem Gesandtschafts-posten zurückberufen; im März 1730 befand er sich noch in Dresden. Nmdiese Zeit zog er sich jedoch aus seiner öffentlichen Karriere zurück und verlegteseinen Wohnsitz nach Groß-Lcinungen, wohin ihn auch seine eben genannteNichte Charlotte begleitete (Gesch. 1172 und 4. Folge 225). In Leinungenbeschäftigte er sich bis zu seinem Tode nicht nur mit der urkundlichen Erforschungder Ebcrsteinischcn Familiengeschichte (5. Folge 296 ff. und Gesch. 1172), sondernlenkte auch die allgemeinen Familienangelegenheiten und die Gehofen'schen Lehn-sachen.

Bei der brüderl. Theilnng hatte er das Amt, Schloß und Flecken Groß-Leinnngen nebst dem Dorfe Rötha und die Hälfte der Leinungcr undMorunger Forsten und Jagden erhalten, mußte aber die Erbportion seinesBruders Wilhelm mit übernehmen, weshalb er diesem bis zur Wiedereinlösunga. a. Rötha überlassen hatte (Gesch. 1150 u. 1164, 3. Folge 77 u. 5. Folge124 f.). Am 5. Juni 1743 traf er nebst seinen Brüdern Anton Gottlob,Christian und Wilhelm zu Gunsten ihrer Nichten die in der 3. FolgeS. 97 ff. abgedruckte Verabredung über das Ebcrstcinische Berg- und Hütten-werk zu Groß-Lcinungen und Mornngen.

Am 21. Nov. 1724 schreibt E. F. v. E. cm den Minister v. Seebnch zu Dresden:„Es hat der jüngst verstorbene regierende Fürst z» Nassau - Wittenburg, von welchem ich über38 Jahre ganz besondere Güte genossen, sich aufm Totbcttc erinnert, daß ihm ao. 1799, daich dem letzten Fürsten von Anhalt-Harzgerode (bei welchem er und seine Gemahlin fast er-zogen) parentirt, auf sein Verlangen zugesagt hatte, wann ihn Gott einst abfordern sollte, ihmebenmäßig die Leichenrede zu halten" (4. Folge 154).