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3 (1871) A: Die Familie Carl Kähler. B. Die Familie August Kähler bis 1819
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1779—1787,

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dessen ihm seine Schwiegertochter bis an sein Ende täglich dieoffenen Wunden an den Beinen verband, wozu sich wegen desüblen Geruches sonst niemand entschließen wollte. Der Vaterwartete in dieser trüben noch durch mehrjährigen Mißwachs sorgen-vollen Zeit vergebens auf eine ihm zugesagte Anstellung in: kur-fürstlichen Dienst, immer vertröstet durch die Hinweisung aufden Tod des alten Postmeisters zu Sorau, trat aber als Senatorin den Rath der Stadt. Im Jahre 1779 wurde ein Sohngeboren und Tobias genannt, ein feuriger aber braver und gut-herziger Knabe, welchen der Vater wegen seiner Ehrlichkeit undGeradheit besonders liebte und seiner eignen Neigung zufolge schonin seiner Jugend zum Landwirthe oder Bereiter bestimmte. SechsJahre darauf folgte ihm noch ein Sohn Wilhelm, der vonJugend auf feineres Gefühl und durchdringenderen Verstandzeigte als sein Bruder, -weshalb der Vater mit besonderer Hoff-nung auf ihn blickte und frühzeitig anfing vorzügliche Sorgfaltauf seine Ausbildung zu wenden.

Inzwischen hatte er endlich nach sechzehnjährigem Harren1782 die Postmeisterstelle erhalten und war in sein eignes großesHaus am Markt übergesiedelt, während die Mutter noch bis zumTode des Großvaters im Juni 1787 in dem Gasthofe vor derStadt blieb. Schon bevor diese dem Vater nachfolgen konnte,nahm er die nun völlig genesene an Leib und Seele reich be-gabte Tochter Sophie zu sich und leitete von nun an allein ihreErziehung in eigenthümlicher aber allerdings erfolgreicher Weise.Außer den weiblichen Handarbeiten, zu deren Erlernung er ihrGelegenheit bot, war er beinahe in Allem selbst ihr Lehrmeister,namentlich in Aneignung einer schönen Handschrift im Tanzenbesonders der damals üblichen Menuett und in der FranzösischenSprache. Für diese hatte er eine so große Vorliebe, daß er dieUnterhaltung fast immer in ihr führte, selbst bei Tische mit Aus-nahme eines Tages in der Woche, an welchem aus Rücksichtauf die des Französischen unkundige Mutter Deutsch gesprochenwurde. Wie er die Tochter in jeder Beziehung zwar freundlichaber aufmerksam überwachte, so durfte sie auch nur die von ihmausgewählten Bücher lesen. Unter diesen waren ihr Gellerts