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3 (1871) A: Die Familie Carl Kähler. B. Die Familie August Kähler bis 1819
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Äir 4'amilie Carl Kahler.

Als das Haupt dieses Familienzweigcs am 9. März 1813starb H, hatte das älteste der vier verwaisten Kinder nach nichtdas zehnte Jahr vollendet, weshalb es nicht auffallen kann, daßjetzt von früherer Zeit keine andern Ueberlieferungen zu erlangensind außer denen, welche der zweite Beitrag zur Chronik mit-theilt. 6) Er war nach der Erinnerung des Erzählers, der ihnzuletzt im Sommer 1812 bei einem Besuch in Cottbus gesehenhat, im Gesichte seinein Vater auffällend ähnlich, sonst vonhagerer Gestalt, und obwohl nicht viel über Mittelgröße überragteer doch alle seine jüngeren Brüder. Auch von seiner zurückge-lassenen Familie kam: verhältnißmäßig nicht viel berichtet werden.

Ihr Loos war zunächst ein herbes und blieb mehr oderminder so bis in die jüngste Zeit, welche nur einen Enkel desvor länger als einem halben Jahrhundert Dahingeschiedenen auf-weist. Obwohl es auch in ihrem Leben nicht an einzelnen Licht-blicken der Gnade und Erbarmung Gottes fehlte, so hatte dochdie verwitwete Mutter Jahrzehnte hindurch mit schwerer Sorgeund Bekümmerniß zu ringen. Diese drückte unwillkürlich auf diearmen Kinder, schmälerte ihnen die unbefangene Fröhlichkeit derJugend, welche sonst auch in beschränkter Lage der Eltern ihrenLebensmorgen umleuchtet, und erzeugte in ihnen etwas Düsteres,das den Gliedern der andern Familienzweige nicht eigen ist.

Als ihr Ernährer von jener mörderischen Seuche weggerafftward und die Seinen fast mittellos zurückließ, war im Vaterlandeine so schlimme Zeit, dergleichen die folgenden Geschlechter bisheute nicht wieder kennen gelernt haben. Das mit Schulden be-lastete eigene Haus forderte Aufbringung der Zinsen, wenn esnicht weit unter seinem Werthe veräußert werden sollte, und ver-mehrte zudem die Sorgen der Wittwe durch fortwährende Ein-quartierung anfangs der aus Rußland heimkehrenden Trümmerdes Französischen Heeres, dann der in Sachsen Schlesien undBrandenburg kämpfenden Kriegsvölker, welche abwechselnd die

1) Zweiter Beitr. z. Chron. S. 164. 2) Fam.-Kal. S. 29. 3) S. 146,154, 158, 159, 164 166.