Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
363
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alsdann er des ganzen Besitzes verlustig gehen solle. Für diesenFall setzte sie in einem Eodicill den Kaiser Joseph znm Universal-erben ein. Um der genauen Erfüllung, die ihr außerordentlicham Herzen lag, sicher zu sein, erunnntc sie zur Execution desTestamentes, sowie zur bleibenden Ucberwachung aller ihrer Ver-fügungen zwei Männer ihres vollsten Vertrauens, den Oberst-landrichtcr Grafen Christoph Cavriani und den LandrathAugnstin von Aichen, beide mit jährlicher Besoldung, welche ihrErbe ans dem Einkommen des Ererbten zu zahlen haben würde.Diese Bedingungen, welche sie ihrem Universalerben und seinenNachfolgern auferlegte, bestanden in der Auszahlung vieler undbeträchtlicher Legate, ganz vor allem aber in der Zahlung derKosten für die Unterhaltung ihrer großartigen Stiftungen.

Die Herzogin Theresia war, wie schon oben angedeutet,nach dem Tode ihres Gemahls fortwährend und in gar viel-facher Weise bestrebt gewesen, ihr bedeutendes Einkommen zufrommen und wohlthätigen Zwecken zu verwerthen. Sie selbstlebte, nach der in ihrem Testamente erwähnten und beschenktenDienerschaft zu schließen, durchaus auf großem Fuße ihremStande gemäß. Aber allein stehend, wie sie war nach demTode ihres Sohnes, und mit dem wirthschaftlichen Talent ihresVaters begabt, blieb ihr genug, mit guter Verwendung desRestes ein höchst ehrenvolles und bleibendes Andenken zu sichern.Zahlreiche noch erhaltene Quittungen beweisen, wie sie vorüber-gehend Kirchen, Klöster, Gemeinden zu mannigfachen Zweckenund znm Theil mit bedeutenden Summen beschenkte. Wichtiger abernoch sind bei weitem ihre bleibenden Stiftungen, die nicht nur derFrömmigkeit, sondern ebenso auch der Wohlthätigkeit, der Barm-herzigkeit und ganz insbesondere auch der Erziehung und dem Unter-richt galten. Unter den Stiftungen der letzten Art befanden sichselbst zwei Lehrplätze an der kaiserlichen Porzellanfabrik in Wien

') Gegenwärtig in ein Stipendium für die Kunstschule des öster-reichischen Museums umgewandelt.