Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
342
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die Sammlungen insbesondere durch den Fürsten Wenzel einengroßen Zuwachs erhalten hatten. Ans jener Zeit gicbt es auchgedruckte Kataloge. Man weiß aber, daß der Fürst Hans Adamin vieler Beziehung »in die Kunst vemüht war, wie nin dieAusschmückung seiner Paläste, so auch um die Vermehrungseiner Gemälde sowohl dnrch Erwerbung älterer Bilder, wieauch dnrch Aufträge und Bestellung bei lebenden Künstlern. Zuden crsteren gehört vor allem der große Deciuscyklus von achtBildern, einschließlich dasjenige, welches die Trophäe darstelltund dasjenige, auf welchem das triumphirende Rom dargestelltist. Der Fürst kaufte diese Bilder zu Brüssel um die Summevon 80.000 Gulden. So wird in einem, allerdings schon ausdem Anfange dieses Jahrhunderts stammenden Verzeichnis; an-gegeben. Zu der zweiten Classe gehören die zahlreichen Bildervon Marc Antonio Franceschini (jetzt 42), von denen der Fürstdie beiden ersten schon im Jahre 1691 erhielt, nämlich dieHalbfignren der Stärke und der Weisheit. Das Gefallen, welchesder Fürst an ihnen fand, veranlaßte die nachfolgenden weiterenBestellungen, und nur die Arbeiten, die Franceschini sonst inItalien auszuführen hatte, hielten denselben ab, der speziellen Ein-ladung des Fürsten nach Wien zu folgen. Dahin werden eben-falls viele Thierbilder und Stillleben gehören, die noch heuteein Schmuck der Galerie sind, so die Gemälde von Franz Wer-ner Tamm, der längere Zeit in Wien lebte und arbeitete, vonDirk Wallenburg, der ebenfalls nach Wien kam und hier fürden Fürsten Beschäftigung fand.

Das Palais in der Schenkenstraße wurde erst im Jahre1711, nicht gar lange vor des Fürsten Tode, vollendet. ImJahre 1705 spricht Freschot davon als von einem Baue, dernoch im Gange ist, obwohl er schon von der Decoration derWände und der Plafonds zu berichten weiß. In der Zwischen-zeit betrieb der Fürst Hans Adam noch viele andere Bauten.Durch seine Freigebigkeit besonders entstand die Pfarrkirche inLiechtcnthal, welche im Jahre 1712 vollendet wurde. Auf den