Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
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seinen Zwist mit dein Bauherr» bekannt zn machen. UnsereQuelle') berichtet weiter, daß der Fürst Liechtenstein an diesemBau nichts spare, ihn sa reich und prachtvalt zu machen, daßer der erste in der Stadt wäre, daß er Marmor in Fülle an-wende, einen Thcil der Wände und insbesondere die Plafondsmit schönen Reliefs schmücke und für die Gemälde an den Deckendie Meister habe aus Italien kommen lasse». Zu diesen letz-teren gehörte besonders Antonio Bcllucei, einer der letzten ausder venelianischcn Schule, der die große Tradition der Farbefesthielt. Seine zahlreichen, zum Theil höchst vortrefflichen Ge-mälde, welche sich bis dahin größtenthcils in Fcldsberg befundenhatten, ließ der Fürst in dieses Palais bringen, doch befinden siesich heute nicht mehr an dieser Stelle, sondern sind 1807 in dasRoßauer Gartcupalais hinübergeschafft, wo sie gegenwärtig diePlafonds der Treppen und des zweiten Stockwerkes zu zierenhaben. Auch sonst ist das Palais der Schenkenstraße, insbeson-dere durch die neue Einrichtung in den Jahren von 1835 bis1847 in seinem Innern so umgeändert worden, zumal was dieDecoration betrifft, daß die Art, wie der Fürst Hans Adam esschmücken und einrichten ließ, nicht mehr zu erkennen ist. Nurdie Treppe mit ihren Sculpturen und verschiedene Plafondsder Hauptgemächer mit ihren Stuckreliefs werden noch diesel-ben sein.

Der Fürst Hans Adam bestimmte auch dieses Palais inder Stadt zur Ausnahme seiner Gemälde und sonstigen Kunst-werke, nicht als eigentliche Galerie, sondern er schmückte mitihnen seine Wohn- und Prachtgcmächer. Wie das geschah, wieviele Bilder und Kunstwerke und welche er damals besaß, läßtsich nicht mehr feststellen, da ein Verzeichnis; aus jener Zeit nichtexistirt. Die Beschreibung, welche Fuhrmann 2) vom Palais undder Galerie macht, datirt aus viel späterer Zeit (1770), als

>) Frcschot, Ickkrnoires <1>z la, donr üs Vienns 1703. S. 11 ff.2) Wien III. 15k ff.