Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
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an den Minoritenplatz stößt, die andere sich der Löwclbastei zu-kehrt (zu welcher später ein doppelter Bogengang vom erstenund zweiten Stock auS hinüberführen sollte), während die vierteSeite dnrch andere Gebäude geschlossen ist, legte der Fürst HansAdam den Grundstein im Jahre ll>99 '). Den Plan hatteebenfalls Martinelli gemacht, die Ausführung geschah durch denBaumeister Alexander Christian!. Au Großartigkeit des Stileshaben beide Paläste viel Verwandtes, doch sind sie nach ihrerBestimmung in der Anlage ganz verschieden. Der Stadtpalasthatte eigentliche Wohnung zu sein, die ganze Hofhaltung zubergen und den Winterfesten zu dienen. Er forderte also nichtbloß reichgcschmückte, große Festsäle, sondern auch Wohnlichkeitund eine ohne Vergleich größere Zahl der Gemächer. Das Ge-bäude legt sich daher im Viereck um einen offenen Hof. Diegroße, luftige Halle, die Hauptschönheit des Gärtenpalastes, fielhier ganz hinweg und wurde durch eine Reihe Fcstsäle ersetzt;das Vestibül ließ sich beschränken. Eine Prachttreppe konnte da-mals kein Palais entbehren; sie findet sich also auch hier. Sieist aber insofern nicht glücklich angelegt, als sie gleich nach demBeginn im rechten Winkel abbiegt und dann in langer Fluchtmit nicht allzugroßcr Helligkeit aufsteigt Diese Anlage scheintnicht nach dem ursprünglichen Plane des Architekten gewesen zusein; wenigstens erzählte man damals in Wien eine Anekdote,die einiges Aufsehen machte und vielleicht der Ueberlicferung Werthist. Die Stiegenanlagc des Architekten, so heißt es, fand nichtden Beifall des Bauherrn, und dieser zwang ihn zu einer anderenunregelmäßigen Anlage. Der Architekt fühlte sich dadurch aufshöchste gekränkt, und nachdem er vergebens protcstirt hatte, machteer diesen Protest durch öffentliche Placate in der ganzen Stadtbekannt und ersuchte das Publikum, die verfehlte Anlage nicht ihmzur Last zu legen — für einen heutigen Architekten jedenfalls einungewöhnlicher Weg, sich vor dem Publikum zu rechtfertigen oder

>) Fuhrmann, III. 157.