Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
307
Einzelbild herunterladen
 

307

zu Breslau anstatt auf dem mährischen zu Brünn. So wurdediese Frage nach und nach vollkoiumcu bedeutungslos ').

Nur einmal während seines Lebens stand Karl Eusebius,entgegen dem Beispiele seines Vaters und seiner Oheime, imStaatsdienste. Im Jahre 1039 übernahm er das Obcramt oderdie Oberhauptmannschaft in den Herzogthümcrn Ober- und9ticder-Schlesien, ein unter jenen Zeiten schwieriges Amt, welcheser auch 1041 bereits wieder niederlegte, ohne bis dahin zu seinerBesoldung gekommen zu sein 2). Er mochte auch ohnehin mitder Verwaltung seiner eigenen entlegenen und zerstreuten Be-sitzungen genug zu thun haben, die sümmtlich und wiederholt,zum Theil in verheerendster Weise vom Kriege getroffen wurden,und zwar gleich von Freund und Feind.

Die meiste Sorge und Mühe bereiteten ihm die bei Praggelegenen, durch seinen Vater erworbenen Herrschaften Schwarz-kosteletz, Aurzinowes und Skworetz, und zwar zuerst, weil siewährend der ganzen zweiten Hälfte des Krieges unausgesetzt vonFreund und Feind mit Einquartierungen, Contribntionen, Geld-forderungen und sonstigen Kriegsschädcn heimgesucht wurden,und darnach, weil das Besitzrecht darauf in ernstlichster Weisein Frage gestellt und nur mit den größten Opfern gesichertwerden konnte. Während des Krieges lagen im StädtchenSchwarzkosteletz, auf den Maierhöfen in den Dorfschaften nacheinander, aber fast ununterbrochen Oestcrreicher, Sachsen undSchweden; schließlich kam auch das feste Schloß selbst in dieHände der letzteren. Die Herrschaften mußten alles hergeben anPferden, Kühen, Wild, Lebensmitteln, was vorhanden war undder Fürst hatte seinem Hauptmann und Verwalter noch beson-ders nicht unbedeutende Geldsummen zu schicken, um die Forde-rungen der Generale und Obersten zu befriedigen. Noch nachdem Frieden verlangte der kaiserliche Feldmarschall Graf Colloredo

9 Dudik, Troppaus Stellung ?c. 2l4 fs.2) Archiv des Finanzminist.

20*