Auch nach der Vermählung blieb Gnndacker wenigstens imaußerordentlichen Dienst des Erzherzogs Matthias. Ans demJahre 1000 werden mehrere Gesandtschaftsreiscn für denselbenerwähnt") und 1008 begleitete er den Erzherzog als einer derFührer der österreichischen Truppen auf seinem Zuge nach Böh-men 2). Uebrigcns war Gnndacker im Jahre 1005 in das nieder-österreichische Vcrordnctenamt aufgenommen, wurde im Jahre1006 Rath der Hofkammcr, öon welcher er 1013 als Directordas Präsidium zu übernehmen hatte. Schon im Jahre 1008scheint er eine Zeit lang dieses Amt provisorisch geführt zuhaben; es ist wenigstens von seiner Besoldung in dieser Stelledie Rede""). Auch wurde er in demselben Jahre in die nieder-österreichische Kammer als Rath eingeführt. In dem gleichenJahre schritt er auch um die Verleihung des Titels „Wohl-geboren" ein. Derselbe wurde ihm auch durch eine Verordnungvom 2. October bewilligt. In den Jahren 1014—1617 be-kleidete er verschiedene Posten. Er war Landeshauptmann inOber-Oesterreich, Landmarschall in Nieder-Oesterreich, Oberst-hofmeister des jungen Erzherzogs Johann Karl, ältesten SohnesFerdinands II., der aber bereits im Jahre 1619 starb, endlichObersthofmeister der Kaiserin Anna, Matthias' Gemahlin. DieBesoldungen für diese Aemter wurden sehr unregelmäßig aus-gezahlt, und es ist später noch viel von Abrechnungen die Rede.Als niederösterreichischer Kammerrath hatte er die jährliche Be-soldung von 500 Gulden mit 200 Gulden Zubuße; von diesencedirte er einmal im Jahre 1616 400 Gulden an die Kapu-ziner in Krems. Als er im Jahre 1619 zum wirklichen Präsi-denten der Hofkammer ernannt wurde, erhielt er zu der Präsi-dentenbesoldung noch eine monatliche Zubuße von 300 Gulden.Im Jahre 1621 wurde er von Kaiser Ferdinand zum GeheimenRath befördert. Dieses wurde der kaiserlichen Hofkammer am
') Archiv des Finanzminist.
2) Chlumetzky, Zierotin 45l.
2) Archiv des Finanzminist.