Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
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Schon in diesem Jahre 1599, noch nicht zwanzig Jahrealt, trat er in den Hofdienst. Er begann als Kämmerer desErzherzogs Matthias, blieb in diesem Dienste nnnntcrbrochenzwei Jahre, nahm währenddeß an zwei Fcldznge» Thcil »ndbefand sich anch bei der Belagerung von Ofen.

Im Anfange des Jahres 1604 vcrheirathctc sich Gnndnckermit Agnes Gräfin von Ostfriesland. Am 3. Januar l604machte er dem Kaiser Rudolf davon die Anzeige und die Ein-ladnng zur Vermählung, und dieser gab am 6. Februar des-selben Jahres seinem Rcichöpfcnnigmcister Christoph Loß denAuftrag, durch einen kaiserlichen Abgesandten ein Hochzcits-geschenk im Werthe von hundert Thalern an Gnndncker über-reichen zu lassen. Der Bermählung waren aber längere Ver-handlungen vorausgegangen, denn es handelte sich bei dieserVerbindung eventuell um eine Erbschaft unter ziemlich verwickel-ten und streitigen Verhältnissen. Graf Enno III. von Ostfries-land, der Vater der Braut, hatte zu diesem Zwecke seinen Rechts-gelehrten, den Dr. Thomas Franzins, und als Mitgesandten denPeter von Visscher nach Prag entsendet. Ihre Credenz war vonEnno am 4. November 1602 auf dem Hause Friedebnrg aus-gestellt; die ausführliche, in zahlreichen Punkten alles feststellendeHeirathsabredc wurde am 5. Juli zu Prag abgeschlossen undvon dem Gesandten des Grafen Enno, Dr. Franzins, sowievon den drei Brüdern Karl, Maximilian und Gnndncker vonLiechtenstein unterzeichnet, welche sich alle drei gemeinsam fürdie Bedingungen verpflichteten. Agnes erhielt nach den Haus-satzungen des Grafen von Ostfricsland ein Heirathsgut von20.000 Gulden und dazu eine reiche Ausstattung an Kleidern,Schmuck, Silbergeschirr, Wagen und Pferden. Gundacker ver-schrieb ihr als Leibgedinge 6000 Gulden von und mit der Herr-schaft Alistelbach als Wittwensitz. Was die eventuelle Erbschaftund die Prätensionen auf westphälische und friesische Besitzungenvon Seiten ihrer Mutter betrifft, so wird davon weiter untenausführlich die Rede sei».