Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
270
Einzelbild herunterladen
 

Ursachen, so mich zu Annehmung des katholischen Glaubens be-Wagen haben". Andere Schriften über religiöse Dinge, ins-besondere über theologische Controversen, auch ein Werk <1ovoritats UczIiA'iouis Oalllalieas, die er hinterließ, lasse» ihnfast als gründlich gebildeten Theologen erkennen. Leider läßtsich nicht mehr nachweisen, ans welcher Schule oder durch wessenUnterricht er sich diese Bildung sicherlich noch in der Jugend-zeit erworben hat ^). Die Vielseitigkeit seines Wissens und seinerBildung geben Schriften zu erkennen, die er über moralische,militärische und astronomische Gegenstände verfaßte. Gutachtenüber politische und administrative Angelegenheiten scheint erhäufig verfaßt zu haben. Seinen Eifer für die neu ergriffeneEonfession zeigte er nicht bloß durch die soeben erwähntenSchriften, sondern auch durch den Eifer, mit welchem er gleichseinen Brüdern den katholischen Glauben auf seinen Güternherzustellen trachtete.

Bei der Erbtheilung mit seinen beiden Brüdern 1598waren Gundacker die Herrschaften Wilsersdors und Ringelsdorfzugefallen. Ihr Einkommen war auf 97.688 Gulden geschätzt.Wilsersdors blieb seine ständige Residenz, falls seine Dienste undAemter ihn nicht abwesend hielten. Am 28. Juni 1601 erließer zu Wilsersdors eine Ordnung für seine Unterthanen 2); siezeigt, welche Sorgfalt er schon früh der Verwaltung seines eigenenBesitzes zukommen ließ. Die gute, geordnete Verwaltung setzteihn auch in den Stand, sich an den zahlreichen Darlehen fürden Staat zu betheiligen, deren oben in der Geschichte seinesBruders Karl gedacht worden ist. Auch gewährte er eigeneDarlehen, so im Jahre 1599 von 1500 Gulden.

') Das Liechtenstein. Archiv bewahrt manches von seiner HandGeschriebene, manches von seinen Papieren, aber es ist alles fragmentarisch;das Beste ist sicherlich abhanden gekommen. Manche Daten aus seinemLeben sind in einem kurzen Promemoria enthalten, das er für Kaiser Fer-dinand III. verfaßte. S. Walberg, a. a. O.

2) Chmel, Geschichtsforscher I. 155.