abhielten, scheint er stets Ravensburg zum Aufenthalt vorgezogenzu haben. Er führte dort auch einen neuen stattlichen Bau auf,ließ den Hauptsaal mit Malereien aus seineu eigenen Kriegö-erlcbnisscn schmücken, und da er selbst als Feldzeugmeister mehr-fach Ehef der Artillerie gewesen war und seine Befcstigungskundcspäter zu Raab bewies, so versah er auch sein Schloß Ravens-burg mit Befestigungen nach neuem System. Es war nichtganz nnnöthig, wenn er auch selbst eine Belagerung nicht erlebensollte. Es geschah nicht lange nach seinem Tode 1645, daßdie Schweden unter Torstenson, siegreich in der Schlacht beiJankowitz, Riederösterrcich bis an die Douau hin durchzogen.Das feste Ravensburg leistete unter dem kaiserlichen OberstenBctter Anfangs tapferen Widerstand, doch mußte es sich baldergeben. Die Schweden fanden viel Artillerie, wofür Maxi-milian noch selbst gesorgt haben mochte, als gu^e Beute vorund behaupteten sich im Schlosse bis in das nächste Jahr
Dem Erbvertragc gemäß war nach dem Tode seinesBruders Karl am 12. Februar 1627 die Regierung des Liech-tensteinischen Hauses mit der Vormundschaft über den jungenKarl Eusebius an Maximilian gefallen. Er führte sie bis zumJahre 1632. Seine Sorgen und Mühen waren nicht gering indieser Zeit, denn nicht nur kam ihm die Aufgabe zu, den Prote-stantismus zu unterdrücken, da seit den Siegen Tilly's undWallensteiirs die Restituirung des Katholicismus mit Macht be-gonnen hatte, sondern er fand auch den Liechtensteinischen Besitzin schwer bedrängter Lage. Dies war insbesondere mit demHerzogthum Troppau der Fall, das nach der Schlacht am weißenBerge dem Fürsten Karl zurückgegeben war, um es aufs Neueund wiederholt an die Feinde wieder zu verlieren. Im Jahre1626 war es in die Hände Mansfeld's gerathen, und als diesernach Ungarn abzog, wurde es von seinen Hülfstruppen, einer
') ll'llenlrnm Durop. VII. 717; Quellen u. Forsch, zur vaterl.Gesch. 416.