Johannes Iudex, welcher in Balthasar Grave einen Diaconnsannahm. Ihm folgte Alexius Bresnicerus, welcher vorher Super-intendent in Sachsen-Altcnlmrg gewesen war, dieses Amt aberals Anhänger des Flacius hatte niederlegen müssen. Er starb158 l zu Feldsbcrg. Ein anderer Flaciancr, Magister MartinusWolf, wurde 1576 von Hartmann erst nach Alt-Lichtenwart,dann nach Dobcrmannsdorf berufen, wo 1581 Nicolaus Jungsein Nachfolger wurde. Nach Alt-Lichtcnwart kam 158» ThomasDistelmayr, ein geborncr Pfälzer. In demselben Jahre wurdenvon Hartmann Paulus Franck nach Milowitz, Johann Weiß,ein Lansitzer, nach Hcrrcnbanmgarten und 1581 Magister GeorgHirscher, ein Siebenbürgen, aber auf den Universitäten vonWittenberg und Frankfurt gebildet, und später Pfarrer zuFürstenwalde, an Bresnicerus' Stelle nach Feldsberg als Pfarrerberufen I. Im Jahre 1578 nahm Hartmann als Mitglied desAusschusses und der Deputation der Stände an den Verhand-lungen Theil, welche zwischen dem Kaiser Rudolf und den Land-stäuden von Nieder-Oesterreich über religiöse Angelegenheitengeführt wurden. Die Stünde Augsburgischer Confession hieltendamals evangelischen Gottesdienst in ihrem Landhause zu Wien,der auch von vielen Bürgern der Stadt besucht wurde. DerKaiser wollte diesen Gottesdienst nur im Schulhause dulden, vorallem aber die Prediger und unter ihnen Josua Opitz abge-schafft wissen. Nachdem die Verhandlungen mehrere Monategedauert und zu keinem friedlichen Ausgleich geführt hatten,erfolgte eine kaiserliche Hauptresolution, welche den Gottesdienstabschaffte und die Predicanten aus seinen Landen verwies 2).Auch der mährischen Brüder nahm sich Hartmann in diesemJahre an. Den Bewohnern der Stadt Gaya wurde vom Kaiserals Geistlicher ein Mönch aus dem Kloster Welehrad gesendet,um die Pfarre zu übernehmen. Sie aber wendeten sich an den
') Raupach, Evangel. Oesterreich, besonders im 2. Bd. 146 ff.2) A. a. O. I. Forts. 287 ff.
Falke, Liechtenstein. II. Bd. 7