Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
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Liechtenstein zn Stande., Ladislaus von Keretschin hatte anch vomVerkäufer Christoph von Liechtenstein verlangt, daß ihm alle,Privilegia, Verleihungen und sonstige Urkunden über Nikolsbnrgausgeliefert würden. Diesem Begehren hat aber Kaiser Ferdinandnicht entsprochen, und später hat Kaiser Maximilian II., alsihm die betreffenden Urkunden nach Wien gesandt worden waren,dieselben an Hartmann von Liechtenstein unversehrt wieder zurück-gestellt. Daher befinden sie sich noch heute im LiechtensteinischenArchiv, mit Ausnahme derjenigen, welche sich auf den Verkaufbeziehen.

So ging also die Stammherrschaft Niko lsbnr g ans demBesitz des Hauses Liechtenstein in den von Ladislaus Keretschinüber. Dieser starb aber bald daraus und hinterließ die Herr-schaft seinem Sohne Christoph, nach dessen kinderlosem Tode1572 sie als herrenloses Lehen an Kaiser Maximilian II. heim-fiel. Dieser verkaufte sie 1576 an Adam von Dietrichstcin, jedochmit Ausnahmedes vierten Theils in der Stadt Nikolsbnrgsammt den Unterthanen in den Vorstädten, so zur Herrschaft"Eisgrub gehörig gewesen, und welche besagter Kaiser Maximilianein Jahr bevor, nämlich 1575, an Hartmann von Liechtensteinverkauft hatte". Von diesem Verkauf von Eisgrnb wird nochspäter zu sprechen sein >). Adam von Dietrichstein, des KaisersObcrsthofmeister, erhielt aber Nikolsbnrg nicht als ein Lehen,sondern, wenn anch nicht sofort, doch im nächsten Jahre alsfreies Eigen.

Christoph von Liechtenstein scheint nach dem Verluste vonNikolsbnrg Anfangs die Absicht gehabt zu haben, sich ausDürnholz einen festen Sitz zu schaffen und sich dort zu arron-diren, denn er kaufte 1560 dort einen Hof außen vor demMarkts. Auch kaufte er im nächsten Jahre ein Haus zn

') In dem Kausbrief über Eisgrub vom Jahre 1575 ist dieservierte Theil der Unterthanen zu Nikolsbnrg vom Verkaufe ausgenommen,scheint aber alsbald darnach dennoch mitverkauft worden zu sein.

2) I. 156.