Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
43
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auf die Streitpunkte hinsichtlich der Entschädignngsgcldcr bezog ').Diesem folgte ein zweiter im Jahre 1527 wiederum über den-selben Gegenstand, worin man auf den ursprünglichen Vertragzurückgingt). Im Jahre 1531 wnrde Leonhard sammt seinemNeffen Johann mit dem Sitz Prinzcndorf und seiner Zugc-hörung von König Ferdinand 1. belehnt^). In demselben Jahrewar er auf dem mährischen Landtage zu Jglau, der in Gegen-wart des Königs Ferdinand abgehalten wurde. Auf diesem Land-tage wollte man eine Revision der Landrechtsartikcl vornehmen,welche vielfach in der vorausgegangenen Zeit Modificationen er-fahren hatten, so daß man mitunter nicht wußte, welche Normdie richtige sei. In die zu diesem Zwecke zusammengesetzte Com-mission wurde auch Leonhard berufen ').

Wie sein Bruder Wolfgang bethciligte sich auch Leonhardnicht an den größeren politischen Begebenheiten, dagegen scheinter, und ebenso auch sein Neffe Johann, ein eifriger Anhängerder Reformation gewesen zu sein, welche schon in den zwanzigerJahren in Oesterreich und Mähren viele Freunde, und ganzbesonders unter dem Adel gefunden hatte. Auf welchem WegeLeonhard dazu kam oder durch wen er zu der reformatorischenUeberzeugung geführt wurde, wissen wir nicht, aber verschiedeneThatsachen, welche uns erzählt werden, sprechen deutlich genug,obwohl sie nicht ohne Widerspruch untereinander überliefert sind.Es heißt sogar, daß Nikolsburg zu jener Zeit ein Hauptsitz derSchismatiker gewesen sei").

Im Jahre 1526 kam Balthasar Hubmeyer von Friedberg(oder wie er auch geschrieben wird: Hubmer oder Hubmör), dasHaupt der Wiedertäufer in der Schweiz, der dort schon mit

>) I.. 27.

2) I,. 28.

S) K. 71.

4) Schriften der hist.-stat. Section der mähr.-schles. Gesellschaft.5. Heft. 180.

2) Büttendorfer, List. Lniv. Visnn. II. 137.