Druckschrift 
2 (1877)
Entstehung
Seite
17
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Die Linie von Stcicreck, eigentlich die älteste, bildetenGeorg VI. und Erasmus, da Sebastian, ihr Bruder, bei derTheilung sicherlich schon gestorben war. Nach einer handschrift-lichen Quelle ft soll Georg im Jahre 1480 und Erasmus 1483,also im Todesjahr des Vaters geboren sein, es ist aber aus-drücklich dagegen zu bemerken, daß in der Erbcinignng Erasmusstets zuerst genannt wird.

Georg VI. scheint die kriegerische Lust seines Vaters geerbtzu haben und von dem unruhigen Landsknechtgeist jener Zeit,dem so viele Mitglieder des Adels, und nicht die untüchtigsten,Ruhm und Ansehen verdankten, mitcrgriffen worden zu sein.Die Zeit seiner Jugend und seiner erstarkenden männlichenKraft fällt in die bewegteste Periode des Kaisers Maximilian.Schon im Jahre 1499 machte er neunzehnjährig den KriegMaximilians gegen die Schweizer mit und wurde von Leonhardvon Fels zum Befehlshaber des Schlosses Fürstenberg eingesetzt 2).Im Jahre 1502 erscheint er als Artillericmcister des Kaisers,denn es findet sich in dem Memorienbuch des Letzteren die Notiz,daß Georg von Liechtenstein umherreiten solle, ob in allenLanden die Büchsen und das Zeug nach der neuen Ordnungwohl verwahrt seift. Sodann nahm er seit dem Jahre 1507an den Feldzügen Kaiser Maximilians gegen die Republik Venedigvielfachen, wahrscheinlich ununterbrochenen Antheil als einer derHauptleute neben Marx Sittich von Embs, Georg von Goldeck,Georg voil Frondsberg und anderen. Als der Kaiser im Jahre1508 nach Italien zog und sich gegen Vicenza wendete, war esGeorg von Liechtenstein, der mit dem Fürsten von Anhalt einenBerg oberhalb Vicenza eroberte, von dem aus sie in die Stadthinabsehen konnten. Sie besetzteil den Berg mit einigen Stücken

tz Walberg, Chronologia, in Uebereinstimmung mit der Angabeseines Grabsteines in der Michaeler Kirche zu Wien, wonach er im ncun-undsechszigsten Jahre seines Alters 1548 gestorben.

2) Stuttgarter Bibliothek X. 208 (Chmel Urk. zur Gesch. Maximilians).

2) Hormayr, Taschenbuch 1827, 204.

Falle, Liechtenstein. II. Bd. 2