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Der Drachenfels im Erz-Gebirge.
noch in diesem Abdrucke vor, nicht bloss bei der gerügten Verwech-selung von Weimar und Dresden, sondern auch im Datum, wo stattVI. nonas Junii, weil der Juni keine sexta nonas hat, etwas anderes,wahrscheinlich Julii, was auf den 2. Juli fällt, gelesen werden muss.
Wenn wir nun, an der Richtigkeit der Interpretation burggraviusde Trachenfels festhaltend, unsern Blick auf das niederrheinische Ge-schlecht wenden, so finden wir hier den bekannten Heinrich Burg-grafen von Drachenfels in Urkunden von 1288—1306, und werden inder Ueberzeugung von der Identität der Personen dadurch bestärkt,dass der auch noch in zwei anderen Urkunden im Meissener- undOsterlande vorkommende Herr von Drachenfels wirklich den VornamenHeinrich führte.
So fand in der zwischen Oschatz und Leisnig gelegenen StadtMügeln (in civitate Mugelin) im Jahre 1298 in festivitate Domini prae-cursoris (vermuthlich das Johannisfest d. 24. Juni) eine Verhandlungstatt, worin sich Hugo dictus de Wolkenberc mit der oberhalb Leis-nig an der Mulde gelegenen Cisterzienser-Abtei Buch wegen desDorfes Neuenhain verglich. Unter den Zeugen führt der gedachteHugo folgende Personen mit Angabe seiner Verwandtschaft an: Rein-hardus noster adwunculus dictus de Schachowe, Heinricus nostercognatus de Trachenwels (Scliöttgen und Kreysig diplomat.H. 218.).
Hugo von Wolkenberg, von welchem wir aus dem Jahre 1302ein Hehnsiegel kennen (ibd. II. Tab. 17.), gehörte aber dem Geschlechteder Edlen von Colditz an, in deren Besitz wir die an der ZwickauerMulde, oberhalb Penig gelegene Wolkenburg erblicken. Schon oben,beim Jahre 1212 wurden gemeinschaftlich als Bürgen genannt Heinrichvon Colditz und Heinrich von Drachenfels, und hier wieder heisst einHeinrich von Drachenfels der Vetter eines Hugo von Wolkenburg, dereben aus dem Geschlechte von Colditz war, wie sich ausser seinemSiegel aus folgenden Zeugnissen ergiebt: Henricus junior de Kolditzdictus de Wolkenberc, filius domini Ulrici de Kolditz 1277; Heinricuset Otto juniores de Coldiz domini de Wolkenberc 1284; Heinricus etOtto fratres de Wolkenberch dicti de Koldize 1286 (ibd. II. 197. 200.202. 204.). Somit war mit den Edelherren von Colditz, denen dieWolkenburg gehörte, Heinrich von Drachenfels verwandt, den ich fürein und dieselbe Person halten zu müssen glaube mit dem Nieder-rheinischen Burggrafen Heinrich v. Drachenfels. Drängt sich da nicht