Der Drachenfels in den Vogesen.
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Grafen von Sarbrück S. 168.). Es muss also wohl damals schon dieBurg eine sogenannte, irt den Mittel-Rheinlanden häufig sich vorfindende,Ganerbschaft gewesen sein. Unter Ganerben oder Gemeinenverstand man nämlich eine Gesellschaft von Eigenthümern, die eineBurg gemeinschaftlich zu unterhalten und zu ihrem Schutze zu be-nutzen hatten. Es beschränkte diese Genossenschaft sich übrigenskeineswegs auf ihre ritterlichen Vertheidiger, sondern auch Klösterbetheiligten sich daran. So finden wir u. a. auch die Aebte vonKlingenmünster zwischen Bergzabern und Landau, so wie die zuWeissenburg an der Lauter unter den Ganerben von Drachenfels, undzwar zu dem Zwecke, um bei drohender Gefahr dahin ihre Kostbar-keiten und wichtigsten Documente flüchten zu können. (Mone Zeit-schrift VI. 45.) Die Aebte von Klingenmünster namentlich erwarbendie Ganerbschaft „in und an dem slos Drachenfels" am 26. Nov.1465 (ibd. V. 432); und was den Abt zu Weissenburg betrifft, so dientz. B. als Zeugniss dafür ein Schreiben, welches Pfalzgraf Philipp vonBergzabern aus, am 22. Oct. 1489 an den Abt Heinrich von Weissen-burg ergehen liess, und worin er sich folgendermassen ausspricht:„Es hat uns gelangt, wi ir jungst in unserm geleit und tagsatzunggein Trachenf'els und furter durch ettlich unsers Marschalks Dorfferngeritten, zu Trachenfels die Gemeiner überflüssig ermanet, die ge-unwilligt und in unsers Marschalks dorffern vil seltzamer dorlicherrede (Drohrede) getrieben" (ibd. VI. 436), worin er also den Abt be-schuldigt, die Gemeiner oder Ganerben der Burg, deren selber er einerwar, bei Gelegenheit seiner Anwesenheit auf der Burg gegen denMarschall des Kurfürsten aufgewigelt zu haben.
Auch der berühmte Franz von Sickingen gehörte seiner Zeit zuden Ganerben dieser Burg; ja sein Tod (f 7. März 1523) war sogardie unmittelbare Veranlassung zur Zerstörung derselben. Es liegthierüber eine, jener Zeit vermuthlich nicht fern liegende handschrift-liche Quelle vor, die sich also ausspricht: „Trachenfels ist in demWassgau auf der Lautern gelegen und ein gemeines Haus (d. i.Ganerbschaft) gewesen, aus welchem viel Schaden geschehen, ist auchanno 1523 durch den Churfiirsten Pfalzgrafen Ludwigen, auch denChurfürsten von Trier, als sie Nanstul (das heutige Landstuhl, welchesin Urkunden Nanstul, Nanstal, Burg Nanstein, Nannensteinfels genanntwird; vergleiche Nachrichten von der Herrschaft Landstuhl in Bach-mann über Archive S. 233 etc.) belagerten und Franz von Sickingen