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1 (1865) Zwölftes bis funfzehntes Jahrhundert
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Neben dieser hohen geistlichen Würde bekleidete Martin vonKröchcr auch das Amt eines markgräflichen Kaplans') nnd einesLehrers des geistlichen Rechts (le^um prokossor)').

Besonders hervorgehoben zu werden verdient die Urkunde vom26. März 1306, wodurch der Dechant Martin, als erwählterSchiedsrichter, Nangstreitigkcitcn zwischen dem Stiftshcrrn Zacha-rias und dem Stiftshcrrn Johann von Vinzelberg zu Ungun-sten des letzteren entscheidet und zugleich bekundet, daß der StiftshcrrDietrich von Lüdcritz aus Ehrerbietung gegen Johann von Vinzel-berg diesem freiwillig den Vorrang einräumen wolle. Ohne Zweifelist die den Schiedsspruch enthaltende Urkunde von Martin vonKrvcher selbst abgefaßt worden. Die gewählte Sprache aber zeigtdeutlich den fcingebildeten Prälaten nnd Rechtslehrer, der, waser nach Recht und Gewissen ausznsprcchcn hatte, in eine rücksichts-volle Form zu kleiden und für den unterliegenden Theil die ungün-stige Entscheidung dadurch zu mildern wußte, daß ein bei dem Streitunbethciligtcr Stiftshcrr auf den Vortritt verzichtete.

Die letzte bekannte Handlung, welche der Dechant Martinvornahm, war ein von ihm in Gemeinschaft mit dem Propst Meh-nard und dem ganzen Kapitel zur Wahrung der Interessen des Stif-tes im Jahre 1310 erlassenes Statut, wodurch festgesetzt wurde, daßerledigte Prälatnren künftig nur aus den bisherigen Stiftsherrcnbesetzt werden sollten.

Nicht lange hierauf scheint Martin gestorben zu sein, wenig-stens war er im Jahre 1312 nicht mehr Dechant des Stiftes zuStendal^).

In welchem Verwandtschaftsverhältniß Martin zu den anderenMitgliedern seiner Familie stand, ist zwar nicht mit Sicherheit bekannt,

0 2>u Jahre 1M5 (U. B. I, 47). Von den Markgrafen war 1282 eine be-sondere Präbende für einen CanonicuS, der ihnen als Kaplan dienen sollte, bei demStifte errichtet worden. (Nicdel, Cod. I, 3, 45.)

2- 2- 1306: dominus IVIartinns, le^um Professor, äecamis (U. B. I, 54).6) Zu dieser Zeit war ein Heinrich Dechant (Riedel, Cod. 1, 3, 61).>. 14