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Goldene Chronik der Wettiner
Entstehung
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sollenden Friedrich ^lugust, dein dritten Ehurfürsten gleichen Nainens, brach, nachden: während des Letzteren Mnnündigkeit Prinz .^averdurch Gründung der Bergakadenne in Freiberg, Hebung von Kunst und Handel einen guten Schritt vorwärts gethan hatte, für Sachsendie Reihe jener durch nimmermüde fürstliche pflichttreue und unantastbares Rechtsgefühl jich auszeichnender Regenten an, die noch heutezum Segen des Landes nicht abgeschlossen ist. Als die durch Pöppelmann, die Dinglinger, Grafs, Dietrich, Kändler, Tanaletto, RaphaelMengs und viele 2lndere beeinflußte und mit geschaffene Blüthezeit bildender Künste zu Dresden im siebenjährigen Kriege zusammengebrochen war, und nur noch die herrlichen Sammlungen Kunde des Gewesenen gaben, hatten die Sachsen doch die Genugthuung,eine Kille von andersartigen, aber noch höherwerthigen Äußerungen ihrer Begabung in das deutsche Geistesleben zu stellen: Leipzig,das der Hauptmarkt für den ganzen europäischen Nordosten geworden war, nahm es doch zu seinen Messen Maaren im werthevon 50 bis 60 Millionen in sich auf, hatte auch in Literatur und Wissenschaft eine allererste, ja tonangebende Höhe erreicht, währendvon Dresden aus eine bethörende Sonne der Kunst ihre Strahlen über ganz Europa geworfen hatte, leuchtete in Leipzig dasLicht der Wissenschaft hell auf, um in keinem Sturm und Drang, er mochte kommen, wie er wollte, mehr zu erlöschen. Danebenstellte sich der Buchhandel als anregende und fördernde Kulturmacht, und die schöne Literatur kennt kaum einen ihrer großen Namen,in dessen Dasein nicht Leipzig getreten wäre. Lessing, Rabener, Weiße, Gottsched, Geliert, Seume, Theodor Körner waren Sachsenund wirkten meist in der engeren Heimath. Goethe war in Leipzig Student, Schiller sang sein „Lied an die Freude" draußenim Rosenthal, in dem auch ein anderer Großer, wie Große und Kleine nach ihm, seine Ideale träumen konnte: Jean Paul. Die Fichte,winkelmann, Gser, denn ich möchte nicht bis in die neuere Zeit, bis zu den Rietschel und Richter schweifen, weil die Fülle großerNamen kaum die Aufzählung zuließe, schmückten ebenfalls Sachsen. Und spricht man von Musik, so hat man außer den allerdings ge-waltigen Namen eines Gluck, Alozart und Beethoven, von Bach und Händel an bis Weber und Wagner die ganze Größe dieser Kunstauf sächsischem Boden und vor allen: in Leipzig beisammen. Gerade die unendliche Zahl der erlauchten Männer, die Leipzig und dasstammverwandte Weimar und Jena zu unvergleichlichen Kulturmittelpunkten und damit die sächsischen Lande zu gepriesensten der ganzenWeltgeschichte machten — trugen sie doch bis in unsere Tage auch ebenso große Theologen wie Pädagogen, Rechtsgelehrte wie Ber-waltungsbeamte — ließ es rathsam erscheinen, die Tafeln (99 und s00) Gelehrten- und Bürgerthum in fast absichtsloser, nur den Tharakterder Zeiten kennzeichnender Wahl zu geben, weil die Wiedergabe aller großen Träger sächsischen Geisteslebens einfach unmöglich undeine kleinere Auswahl, die nur zu leicht den Tharakter des Parteiischen hätte tragen können, unthunlich war. So habe ich auch ausder ganzen hochherrlichen Weimarer Blüthezeit nur den einen Karl August in die Thronik gegeben. Bon seinen: schönen Bilde aus wirdaber nichtsdestoweniger all das unvergänglich Große zu sehen sein, was sich um ihn in das Ernestinische Sachsen stellte, um fortzeugendimmer neue Schönheit zu offenbaren, die an Stelle verlorener äußerer Macht eine unvergleichliche innere Machtfülle schuf. Und je zer-stückelter rein äußerlich betrachtet das Trnestinische Sachsen dasteht, bildet es ein desto stämmigeres Ganzes noch heute, denn auch Alten-burg, Meiningen und Toburg fügen sich mit großen eigenen Zügen in die große Weimarer Einheit, und während das kleine Meiningeneine Schaubühne schuf, die den großen Goethe mit Bewunderung erfüllen würde, ging bei dem Toburger Brüderpaare Ernst und Albertselbst die politische Begabung bis zu einer Höhe hinauf, auf welcher alles menschliche Ereigniß zur Kunst verklärt erscheint. AufTafel P7 habe ich die Brüder in den: Aussehen ihrer jüngeren Jahre gegeben und es schien nur natürlich, die Gestalt des Prinzgemahlsneben seiner Bictoria erscheinen zu lassen, deren Herzensdasein er so wunderbar ausfüllte. Nur wenige Tafeln unseres Werks bedürfennoch eines Hinweises, so Tafel D. Die zwanzig Abbildungen zeigen folgende Schlösser und Burgen: Erste Reihe von oben nach untenbetrachtet: Sachsenburg, Schönfels, Boigtsberg, Schwarzenberg, Scharffenstein. Zweite Reihe: Nochmals Scharffenstein, Wolkenstein,Schloß Stein, Schloß bei Ehenmitz, Lichtenstein. Dritte Reihe: Hartenstein, Wiesenburg, Gnandstein, Kriebstein, Mylau. Bierte Reihe:Wildenfels, Liebau, Stolpen gegen Westen, Stolpen von Süden, Scharfenberg. Die Karte in den: Bilde Bon: Alten zum Neuen ist ausMünsters Kosmographie und die älteste Karte überhaupt. Betreffs der Königstafel sp2) ist kaun: zu erwähnen, daß die sämmtlichenBilder mit Ausnahme des linken Eckbildes, das König Anton wiedergibt, Friedrich August dem Gerechten angehören; auf Tafel PZstellt die nnttelste Reihe Friedrich August II. dar, während auf Tafel P9 die ganze Mittelreihe Sachsens König Albert in feinen jungenTagen zeigt. Auf der letzten Reihe derselben Tafel sehen wir denselben Fürsten, umgeben von den in Schönheit und kluger Zuversichtprangenden jüngeren Bruder Georg. Die vielbewegte, an Schmerz und Leid, wie an kühnen:, nimmermüden: Streben gleich reiche sächsischeKönigszeit steht von Friedrich August bis zu Johann und Albert lebendig vor dem Auge des Sachsen, wurde alles Bemühen, Handelund Wandel, Kunst und Wissenschaft zu fördern und den Staat administrativ mustergiltig zu leiten, von reichsten Erfolgen gekrönt, soblieb das politische Heil bis in die prüfungsreichen Tage Johanns aus, um endlich glorreich einzuziehen. Der Berbrüderung der Bölkerfolgte die der Fürsten und nach Siebzigs wunderbaren Waffengängen konnte die sächsische Tultur in den schönen Festtagen der wettinerJubelfeier heiter ihre Freude an der eigenen Größe zeigen. Mit den: Jahrhundert wuchs das sächsische Königthun: auf und es trägt dieZüge des Jahrhunderts in Kampf und Sieg, wo man zurückfchaute, blickt man unwillkürlich vorwärts und es will scheinen, daß deraus ungeheuren: Spiel der Kräfte über Irrthun: und Schwäche, die sich in den weg stellen, dahinschweifende Blick jene Gotteskraftaufragen sehe, die das Gute, Schöne und wahre und damit den fröhlichen Sieg des von Sachsens fruchttragenden: Boden allzeit reichgenährten deutschen Genius verkündet.