92
II. LchnMcr von Knrmainz.
Die folgenden zahlreichen Lchnbriefe stimmen 'mit den Lehn-specificationcn darin überein, daß von Kurmainz dem Gcsammthausederer von Haustein verliehen werde.
a) Das Schloß und Haus Hanstein sammt seinemInbegriff, auch allen und jeden oberen und niederenGerichten, wie sie (die von Haustein) solches gcnützet und inuralten Zeiten Hcrbringcns gewesen, auch andere Zubchörungcnund Gerechtigkeiten mit Dorf und Mannschaften, Vor-werken, Zehnten, Hölzern, Feldern, Thälern, Wiesen,Weiden, Mästungen, Jagden, Tristen, Fischweiden,Mühlen, Mü hl statten, Teichen, Wüstungen, auch alle»und jeden Herrlichkeiten, wie die im kurfttrstl. Mainzischcn Landcs-fürstlichcr Ober- und Hoheit, Aemtern und Gerichten nebst Dörfer»,denselben zuständig, begriffen und gelegen, benannt und unbcnainit,nichts davon ausgeschieden.
Wir knüpfen hieran folgende Betrachtungen. — Schliffund Haus Haustein, also Burg unv Wohnsitz, wird daFamilie von Hanstein verliehen. So zahlreich nun auch die aus-wärts der Burg liegenden Höfe und Wohnplätze der Stämme mitZweige sind, so schön-und geschmackvoll sie eingerichtet seyn möge»,so sind sie doch nur Ansitze, gleichsam Ncbcnwohnungcn; derHauptst'tz, der Ccntralpunkt des Gesammthauses, ist die Burg.
Es ist aber bekannt ( S. Gesch. der Burg), daß durch de»Ve rgleich vom Jahre 1308 u. 1363 der Erzbischof Peter die beide»Erbauer der neuen Burg, Heinrich und Lippold zu Erbburz-männcr und Officialcn für ewige Zeiten ernannte (Urkb. 63), s»daß diese Würde auf alle ihre männlichen, lehnsfähigen Nachkom-men übergehen sollte. Zugleich versprach er zur Bezahlung derWächter und Pförtner seiner Scits jährlich 10 Mark beizusteuern,und aus einer Vcrpfändungsurkundc vom Jahr 1374 (Urkb. M161) ersieht man, daß diese zehn Mark, wenigstens thcilwcisc, aufder Mühle des Stiftsdorfes Kirehgandern lasteten. Denn vonden zu verpfändeten Gegenstände werden »vßgcnommcn zehn Mark,die gesellen zu Kirchgandern, die zu der Burghude zu Han-steyn gehören. Von beiden, die Erbburgmannschaft und derVurghute, ist in den uns aufbewahrten Lchnbriefcn nicht mehr die