Druckschrift 
Nachrichten von dem Geschlechte der Grafen von Wartensleben : [nebst] Anh.
Entstehung
Seite
306
Einzelbild herunterladen
 

— 306 —

Zum Abschnitte über das S t a m m w a p p e n.

Zu B. I. S. 39.

Ein der Zeichnung nach mit dem Siegel des Heurich reu Werdcsleven ganzgenau übereinstimmendes mit der Umschrift sißillum üsrman laoüioü, befindet sichan der Urkunde von 1452 im Proviuzial-Archive zu Magdeburg, worin HerrmannLoubicher als gekorener Schiedsrichter in der Vormundschaftsstreitigkcit zwischen denGrafen Vollrath und Günther von Mausfeld auftritt. Ferner befindet sich an einerebendaselbst (Grafsch. ManSfeld I. 6.) aufbewahrten Urkunde von 1443, betreffendeinen Vertrag des Grafen von ManSfeld mit seinen Ständen, unter denen Erhardund Thimo Loybichin genannt werden, Siegel, in welchen der Wolf zur rechtenSeite im ersteren aus Laubwald, im letzteren ans Rohrkolben zu springen scheint,mit der Umschrift des ersteren.... „ImolziostiZQ" und des zweiten „Tims . . cüs"In den 3 Siegeln ist das Thier als Wolf deutlich erkennbar wegen der Ohren undder gespreizten Krallen.

Zu Bd. I. S. 39.

In Betreff des Helmschmuckes zeigt sich bei einzelnen der älteren Siegel eineAbweichung darin, daß die Pfauenfedern nicht unmittelbar auf dem gekrönten Helmestehen, sondern aus demselben zwei auswärts gestellte hohe Schäfte (Säulen) her-vorgehen, jeder mit drei neben einander stehenden Pfauenfedern besteckt, zwischenwelchen Schäften der Wolf rechts gekehrt springt.

Diese Schäfte finden sich, so viel bekannt nur in folgenden drei Siegelin

1) des Herrmann Simon von Wartensleben auf dem Stammbuchblattevon 1610 (Bd. II. S. 33.)

2) des Alexander Herrmauu von Wartensleben nuter dem Kalifkontrakteüber Antheile von Wallendorf, ä. ck. Leipzig den 19. Januar l702.

3) des Carl Christian Philipp von Wartensleben auf dem Schilde in derKirche des. Johanniter-OrdenS zu Sonnenburg, so wie in der dem Or-den eingereichten Ahnentafel, ^rus«. den 19. August 1719.

Es haben jedoch selbst diese Mitglieder der Familie nicht durchgängig dieSchäfte im Siegel geführt.

Namentlich hati

nck. 1. Herrmauu Simon in dein Siegel unter der Vollmachts-Urkuude vom8. Juni 1618 das alte Stammwappen ohne Schäfte auf dem Helmegeführt, wie die treue Copie desselben Bd. I. S. 39 ergiebt. Durchdie Buchstaben im Ziegel: H. 8. v. IV. wird es außer Zweifel ge-stellt, daß dieö sein Siegel gewesen, wenngleich es in Beziehung aufdas Wappenbild mit dem Siegel seiner Brüder, die daneben stehen,genau übereinstimmt.

ack. 2. Alexander Herrmaunn hat zu den Siegeln unter der Urkunde über dieAusstattung der Töchter erster Ehe ä. ck. Rütteln den 12. April 17(10,sowie in dem Kaufkontrakte über Antheile von Wallendorf ck. ck. Aren-stein den 23. April 1703 des alten Stammwappcns in der Form sichbedient, wie es ans dem Stammbaume abgedruckt ist. Nur ist aufletzterem durch ein Versehen des Zeichners dem Wolfe die Richtung