44
Herzog Nlbrecht sandte ihn im Anfange des Jahres 1535 nachKopenhagen, damit er dort die Interessen desselben vertrete ') Erkam am 6. Jannar 1535 daselbst an 2) nnd wußte durch mancherlei Ver-sprechungen bald sowohl die dänische Volkspartei als auch die zu je-ner Zeit dort einflußreichsten auswärtigen wie einheimischen Persön-lichkeiten für die Sache seines Fürsten zn gewinnen.") Am 4. Märzhat er Alles so weit glücklich gelingen sehen, daß er dem Herzogeschreibt, derselbe möge „Gott den Allmächtigen getreulich in demüthigerBitte anrufen, loben und danken für seine göttliche Gnade und Barm-herzigkeit, daß er sichtbar in dieser Sache Ew. Fürstlichen Gnaden er-hört hat; das ist seine göttliche Gnade nnd Gabe, sonst wäre dasunmöglich, daß das ganze Volk und Königreich E. F. Gn. so heißbegehren und schreien und klagen über E. F. Gn. Verzögerung. Wiedie lieben Altväter begehrten die Zukunft unsers Herrn, so begehrensie Ihre Gnaden." ') Aber trotz der dringendsten Bitten Joachims er-schien weder Herzog Albrecht selbst, noch sandte er die von ihm drin-gend erbetenen HnlfStrnppen, selbst nicht die nöthigcn Gelder für dieschon vorhandene geringe Mannschaft.") Selbst, als Joachim schon
des Bürgermeisters Jürgen Wnllcnwcbcr an jenen Herzog wird er Kanzler desselbengenannt. (Paludan Müller Aktstykker I., 312, 315, 332, 577.)
') Es handelte sich damals nm den Königsthron Dänemarks nnd heimlich auchum den Besitz Schwedens. Christian II. von Dänemark saß gefangen, der Tbron-prätcndent Herzog Christian von Holstein, nachmals König Christian III., konnte mitseinen Ansprüchen auf die Krone nicht durchdringen, zumal die Lübecker unter ihren,Bürgermeister Jürgen Wnllcnwcbcr heftig gegen ihn auftraten. Die Feinde des 5dol-stciner Herzogs, die zugleich auch dessen Verbündeten, den König Gustav von Schwedenbefehdeten, hatten dem Herzog Albrecht von Mecklenburg den schwedischen Thron ver-sprochen, wenn er sie in der Wiedereinsetzung des gefangenen Christian II. unterstütze.Doch mag er sich auch als naher Verwandter dieses Königs Rechnung auf Dänemarkselbst gemacht haben. (Maitz Lübeck unter Jürgen Wnllcnwcbcr II. S. 133 sf.)
2) Paludan Müller, Aktstykker I., 30g.
") Idick. S. 312, 31l>, 337. Er rechnete dabei vorzüglich auf das Volk. „Wirwollen, schrieb er, Herrn Omnes aufwecken nnd das Unkraut (den Ncichsrath) aus-waidcn, sonst können wir zuvor zn keinem Thun kommen." (S. 311 ) Doch mahnter dabei immer zur weisesten Vorsicht: „dcrowcgcn wollen sich Ew. F. Gn., noch dieIhren, keineswegs hören oder vermerken lassen, daß Sie etwas mehr vom Reichebegehrten, oder begehrten König zn sein, denn es haben schon Etliche allhic Meutereiunter dem Volke gemacht, als meinte Ew. Gn. nicht König Christian II., sondern dasKönigreich." (S. 321.)
->) Idickoui S. 350 fs.
") Der Herzog zweifelte wohl selbst an dem glücklichen Ausgange des Unter-nehmens nnd ward daneben durch die gleichzeitigen politischen Verhandlungen gehindert.