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1 (1856)
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V. Hessische Gcsammtlehn.

Wenn das auch im Jahre 1793 die Eichsfcldischcn Landständen icht zu verneinen vermochten, so wollten sie doch gern den letztenTheil des Verses, das Bezahlen der Unterthanen, etwas verminderthaben, was ihnen dann auch bei dem edelmüthigcn Kurfürsten undseinem Stellvertreter so gelang, daß die Forderung der 50,990 Thlr.als Steuern fürs Jahr 1794 aus 49,999 Thlr. herabgesetzt wurde,da die frühern Bewilligungen gewöhnlich zwischen 30 und 40,0MThlr. gewesen waren.

Welche geringe Summe, selbst bei dem damaligen höhernWerth des Geldes, für eine Bevölkerung von 40,000 Einwohnern.Aber der gelehrte, fromme und nachsichtige Kirchenfürst hatte keineLeidenschaften und beschränkte seine Ausgaben auf einen glänzendenHofstaat und auf die Gastfreiheit für die französischen ^Emigrantenund wenn diese seine Freigebigkeit auch oft misbrauchten, so kannteer doch sein armes Eichsseld, in dem er noch im vergangenen Iahnwährend seiner Emigration Frieden und Ruhe gefunden, zu gut,um dasselbe zu Tragung der Kriegslasten mehr als billig anzu>strengen. Er wußte recht gut, daß der beste Theil des Landes denKlöstern und dem Adel gehörte, die von allen Steuern frei waren,und die ihnen zugetheilte Summe, die erstem aus ihren Vermögenrecht gut bestreiken konnten und der Adel dieselbe auf seine Unter-thanen vertheilte. Er kannte aber auch recht gut den Hang seinesVolks zur Bettelei und zum frommen Müßiggang, welches beidesdurch die Freigebigkeit der Klöster und durch die häufigen Prozes-sionen, namentlich in der Bonifacius-Octave nach dem berühmtenHülfenSbcrg, große Unterstützung fand. Es war nicht in seinerZeit und in seinem Alter, diese Unsitte abzustellen und etwas besseresdafür einzuführen. Auch seinem geistreichen und menschenfreundlichenCoadjutor Dalberg wäre es gewiß nicht möglich gewesen, wenner zur Regierung über das Eichsfeld gekommen, ein ganzes wennauch nicht großes Volk in seinem bisherigen Lcbcnsgang, in seinenAnsichten und frommer Apathie umzuwandeln, da dieses selbst derjetzigen aufgeklärten Negierung noch gar wenig gelungen ist. DieKlöster wurden 1803 aufgehoben, aber die Bettelei ist geblieben.Vier Klöster wurden von der Wcstphälischcn Negierung unter deinWerth verschleudert, und zwei zu Domaincn-Gütern gemacht -