V. Hessische Gesamintlchn,
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Stände dem Commissan'us in ihrer Lcmdschreibcrci gaben und AbendsBall beim Statthalter. Den folgenden Tag reisten alle wieder ab,ohne etwas mitgebracht zu haben oder mitzunehmen, denn für jedeslandständ. Mitglied (sie erhielten keine Diäten) wurde für Abend-verkvstigung und Wohnung ein I-ouisck'or in Gold aus der land-ständischen Kasse vergütet. So bewährte sich die Parvmie desalten Dichters:
Das was ein Landtag sey, schließt sich in dieses Wort:Versammelt Euch! Schafft Geld und packt Euch wieder fort!Ein solcher Landtag war am 28. und 29. Octbr. 1793 zuHciligcnstadt, nachdem im Jahr vorher der Kurfürst FriedrichCarl Joseph (von Erthal) durch Custms aus Mainz ver-trieben und jetzt durch seinen Statthalter, den Domherrn vonDicnheim, als Kurs. Commissarius von den Ständen das ?os-wlatum von 50,000 Thlr. in 4 Zielen machen ließ, weil der Kriegund dessen noch fortdauernde Folgen schwere Opfer und Ausgabenverursacht habe, die auch das arme Eichsfcld und dessen Bewohnermit zutragen helfen müsse, nach dem Ausspruche Virgils:
Luickguick äelirant plootuntur ^cliivi. 'I
*) Der gelehrte und fromme Bischof Leonhard von Fulda weihte 1842 dieherrliche Bonifacins-Statne von Henschel, ans dem Platze, wo sie nochsteht, ein. Angethan mit dem ihm von seinem Vorfahren FürstbischofAdelbert überkommenen demantncn Bischofskreuze, verlor er den dazu ge-hörigen VischofSring von gleichen Steinen, und eilte gleich darauf zu derberufenen Weihe des neuen Bischofs zu Paderborn. Mit diesem brachteer in der Nähe seine Huldigung einem guten, großen und trefflichen Kö-nig, der bei dessen Vorstellung das schöne Bischofskreuz bemerkte. DerSeelenhirt, der sich dabei seines vor ein Paar Tagen erlittenen Verlusteserinnerte, beklagte in seiner Einfachheit, daß er — wie er sich ausdrückte— den dummen Streich gemacht, den dazu gehörigen Ring zu verlieren.Der geistreiche König unterließ nicht neckend zu fragen, ob dergleichenauch frommen Bischöfen begegne. Ach — auch Bischöfen und sogar Für-sten und Königen, war die tonlose Antwort. Bei einem tadelnden Mur-ren der Gesellschaft entschuldigte der Getadelte, daß er nicht gewagt habenwürde, dies zu äußern, wenn nicht schon 2000 Jahre vor ihm, ein be-rühmter Dichter gesungen hätte, guickguick iloliraut reges eto. Derunterrichtete König erinnerte sich sofort des Verses und blickte wohlwollendauf den bescheidenen und doch die Wahrheit nicht verleugnenden Hirten.
An einem fürstlichen Hofe soll der Leibarzt die Zeile so übersetzt ha-ben: Was die Fürsten sündigen, müssen die Leibärzte wieder gut machen.