Druckschrift 
1 (1856)
Entstehung
Seite
168
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V. Hessische Gesammtlchn.

Indessen war aber schon in Cassel das von Landgraf Philippangedrohte Manngericht bestellt und dazu ernannt:

Jörge von Beineburg zu Lengsfelt, der Rechten Doctor,Mannrichter, dann

Hermann von der Malsburgk, Werner von Wallen st ein,Ludwig von Baumbach, Hermann von Hundelshausen, Jo-han Meyßenboek, Curt Diede, und Lips Nicdeßcl, Mannund Beisitzer.

Diese laden am 17. Mai 1546 (Urkb.379 7.) Dpthmarn,Johan, Lippolden, Curden, Martin, Joist, Hanßen,Joisten und Hanßen Gebrüdern und Gevettern von Hausteinvor:um Montags nach Johannis Baptiste den 28. Juni zuCassel uff dem Rathhause zu erscheinen und aufs des AnwaldSFürbringen zu antworten und die Lehen, wie sich gebürt, zu ent-pfangcn."

Lippold, dessen beide Brüder Curt oder Conrad (derbekannte kaiscrl. Kriegöobrist) und Martin sich im kaiserl. Kriegs-dienst im Felde sich befanden, mochte dem erstem von diesem LehnNachricht gegeben haben, das von neuem seit 1362 zu empfangenman sie zwingen wolle. In der im Original noch vorhandenenAntwort Cunradts, wie er sich darin schreibt, von Sontag E-mtak(23. Mai) 1546, (Urkb. 379 8) ohne Angabe des Orts, wie ge-wöhnlich in der damaligen Zeit heißt es: »Dein Schreiben an michund Martin habe ich heuth dato empfangen und seinen Inhaltverlesen hören, und will Dir vor Mein Person nit verhalten,demnach Ich der Lehen Empfcngknis keinen Bericht, viel wenigergewissens, die von M. G. H. dem Landtgraffen zu empfhaenschuldig zu seyn, So weiß ich mich auch nichts zu erinnern, Eswürde dan mit genügsamen Revcrsalien Brief und Urkunde dar-gethan. Wenn aber meine Vettern vor sich Lehen empfhaen wolt,muß ich gcscheen lassen. So weiß ich's auch Mertin, der jetzundtmeineß Wissens verreist ist, nit anzuzeigen."

So sehr nun auch Conrad Recht haben mochte, Güter nichtals Lehn anzuerkennen, die seit 180 Jahren nicht gemuthet, undin dieser langen Zeit bei dem Abgang der Hessischen Fürsten undso vieler Hansteinischen Senioren, bei den dadurch eingetretenen